Der Werkstoff Holz

Holzart Kiefer – vielseitig und preiswert

Kiefer ist ein beliebtes Holz für den Innenbereich, lässt sich bei der richtigen Behandlung aber auch für Fenster, Türen oder Fassaden einsetzen. Wir klären auf, was die Holzart Kiefer ausmacht.


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Zusammen mit der Fichte zählt die Kiefer in unseren Breiten zu den verbreitetsten Waldbaumarten. In Deutschland nimmt sie gut ein Viertel des Waldes ein. Doch ihre große Bedeutung für die Waldwirtschaft verdankt die Holzart Kiefer nicht nur ihrer guten Verfügbarkeit.

Für welche Anwendungen sich die Kiefer eignet klären wir gleich nach einer kurzen Beschreibung ihres Aussehens und ihrer technischen Eigenschaften. Für den Heimwerker oder Möbelfreund geben wir außerdem Hinweise auf geeignete Bearbeitungsverfahren und Maßnahmen zur Oberflächenbehandlung.

Erscheinungsbild

Weil die Kiefer eine genügsame Holzart ist, ist sie auch auf trockenen Sandböden anzutreffen. An Standorten mit besserer Nährstoffversorgung wird die Kiefer in der Regel durch Buchen und Fichten verdrängt.

Doch woran erkennst du eine Kiefer, wenn du vor ihr stehst? Ältere Kiefern zeigen im unteren Bereich oft eine tief eingerissene Rinde, die nach oben in die ebenso charakteristische Spiegelrinde übergeht. Auf gutem Boden kann die Kiefer bis zu 45 Meter hoch werden. Wächst sie im geschlossenen Bestand, dann erreicht sie bei Durchmessern zwischen 40 und 100 Zentimeter hohe astfreie Stammlängen von bis zu 20 Metern.

Das frisch geschnittene Holz der Kiefer verströmt einen harzigen Geruch. Ihr hoher Harzgehalt ist auch eines der wesentlichen Merkmale der Holzart Kiefer.

Das Holz der Kiefer weist einen sehr hellen Splintanteil auf. Je älter der Baum ist, desto geringer fällt der Anteil des Splints am Holz aus. Die Tatsache, dass das Kernholz durch seine Farbe deutlich davon zu unterscheiden ist, macht die Kiefer zu einem Kernholzbaum. Ist das Kernholz im frischen Zustand bereits gelblich bis rötlichbraun, so dunkelt es am Licht auch stärker nach als das Splintholz.

Der starke Einfluss der Umgebungsbedingungen auf das Wachstum zeigt sich in den Jahrringen: Hier reicht die Spanne vom Bruchteil bis zum Zehnfachen eines Millimeters. Das frisch geschnittene Holz verströmt einen harzigen Geruch. Ihr hoher Harzgehalt ist auch eines der wesentlichen Merkmale der Kiefer. Dazu kommen der geradfaserige Wuchs und die deutlich strukturierte Oberfläche aus hellem Frühholz und dunklem Spätholz. In den meisten Verwendungsarten der Holzart sind die für die Kiefer charakteristischen Merkmale wie kleine Unregelmäßigkeiten im Faserverlauf, Astlöcher und sichtbare Harzkanäle durchaus erwünscht.

Technische Eigenschaften

Generell kann man der Kiefer eine gute Elastizität und Festigkeit attestieren. Im Mittel liegen diese Werte zwischen 10 und 25 Prozent über denen der Fichte.

Holzart Kiefer: Ein heller Kiefern-Holzboden in einer Wohnung in Oslo, Norwegen.
Gegen die Kiefer spricht jedoch, dass der Streubereich der Werte deutlich größer ist als bei der Fichte. Die guten elastomechanischen Eigenschaften erlauben dennoch den Einsatz als Bau- und Konstruktionsholz.

Die Kiefer liefert ein weiches bis mittelhartes Holz, das gleichzeitig wenig witterungsbeständig ist. Vor allem im direkten Kontakt mit dem Erdreich ist die Haltbarkeit deutlich herabgesetzt. Entsprechende Holzschutzmittel leisten hier jedoch wirkungsvolle Abhilfe.

Viel mehr optisch als technisch wird das Holz durch den Pilzbefall beeinträchtigt. Es ist nämlich ausgesprochen anfällig für Bläuepilze, die das Holz verfärben und den Anstrich zerstören. Nach einer Druckimprägnierung sind jedoch Pfosten, Pfähle und Palisaden aus Kiefer für den Außeneinsatz geeignet.

Verwendung

Kiefer ist in vielen Erzeugnisformen und in ausreichender Menge erhältlich. Zu den ursprünglicheren Erzeugnissen wie Rund- und Schnittholz oder Furnier kommen vorgefertigte Bauelemente. Die wichtigsten Vertreter Konstruktionsvollholz, Brettschichtholz und verleimte Kanteln haben bereits zahlreiche Bearbeitungsschritte hinter sich.

Das Einsatzgebiet solcher Werkstoffe liegt meist im Innenausbau, wo die Kiefernholzerzeugnisse in verleimter Form für die Herstellung von Tragwerken und Decken eingesetzt werden. Konstruktionsvollholz dient oft zur Herstellung von Skelettkonstruktionen, etwa beim Bau von Häusern in Ständerbauweise. Auch für den sichtbaren Bereich wird die Kiefer eingesetzt. Die dekorative, warme Optik und der günstige Preis qualifizieren die Kiefer für die Vertäfelung von Wand und Decke. Auch Fußböden können mit Kiefernholzdielen ausgestattet werden. Im Möbelbau erfreut sich besonders die Zirbe oder Zirbelkiefer, die alpenländische Form der Kiefer, zunehmender Beliebtheit.

Holzart Kiefer, hier verwendet für die Produktion von hochwertigen Holzfenstern.

Darüber hinaus eignet sich die Holzart auch für den Außenbereich. So werden Fassadenverkleidungen, Balkone, Türen und Fenster aus Kiefer hergestellt. Für die Haltbarkeit ist dabei besonders die Qualität der Oberflächenbeschichtung ausschlaggebend.

Möchtest du Fenster aus Kiefer einsetzen lassen, dann solltest du dir auf jeden Fall versichern lassen, dass kein Kiefernsplint an der Außenseite eingesetzt wird. Als heimische Holzart hat die Kiefer vor allem Nachhaltigkeitsvorteile gegenüber Tropenhölzern wie Meranti. Die etwas geringere Härte wirkt sich bei entsprechender Pflege nicht erheblich auf die Haltbarkeit aus. Die hohe Dämmleistung des Nadelholzes und das gute Stehvermögen gleichen dies wieder aus.

Verarbeitung

Selbst für die Verwertung als Brennholz muss Holz erst einmal getrocknet werden. Für alle höherwertigen Verwendungen sollten dabei die spezifischen Anforderungen der Holzart beachtet werden. Bei der Kiefer gestaltet sich die Trocknung vergleichsweise unproblematisch. Der Prozess läuft schnell und meist ohne Komplikationen ab. Lediglich wer es mit der Geschwindigkeit des Feuchtigkeitsentzugs übertreibt, der muss mit der Bildung feiner Risse rechnen. Aufgrund der mittleren Schwindwerte der Kiefer handelt es sich nach der Trocknung um eine Holzart mit einem guten Stehvermögen.

Die Holzart Kiefer zeichnet sich durch eine sehr unkomplizierte Bearbeitung aus. Das äußert sich gleich auf mehrere vorteilhafte Arten. Kiefer erfordert bei der Bearbeitung nur einen geringen Kraftaufwand, was die Muskeln ebenso schont wie Maschinenwerkzeuge.

Besonders sorgfältig solltest du das Holz von Harz befreien, wenn du es später beizen willst, oder das Holz für den Einsatz an einem besonders warmen Ort bestimmt ist.

Dabei gilt jedoch eine Einschränkung: Die Werkzeuge müssen möglichst harzfrei gehalten werden, sonst kann es zu Verarbeitungsfehlern kommen. Besonders beim Hobeln, Schleifen und Sägen steigert dies den Aufwand. Ist das Holz einmal in Form gebracht, dann lassen sich alle gängigen Holzverbindungen ohne Probleme herstellen.

Oberflächenbehandlung und Pflege

Egal welche Oberflächenbehandlung geplant ist, beginnen sollten die Vorbereitungen immer mit der Beseitigung der Harzstellen im Kiefernholz. Deckende oder lasierende Anstriche, aber auch Beizen oder Öle können darauf nämlich nicht richtig haften. Besonders sorgfältig solltest du das Holz von Harz befreien, wenn du es später beizen willst, oder das Holz für den Einsatz an einem besonders warmen Ort bestimmt ist.

Sehr harzreiche Stücke, bei denen die gängigen Entharzungsmittel (darunter verschiedene Laugen, Lösemittel und Terpentinöl) versagen, solltest du aussortieren. Nachdem das Harz entfernt wurde, ist das Holz jedoch für alle Oberflächenbehandlungen gut geeignet. Wer schon einmal mit Fichte, Lärche oder Douglasie gearbeitet hat, der wird keine großen Unterschiede im Verhalten des Materials erkennen. Wie bei allen diesen Nadelhölzern entwickelt Beize immer einen Positiveffekt, das heißt die dunklen Jahrringe sind auch nach der Beizung dunkler als die hellen Anteile.


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