Nachhaltig Bauen und Sanieren

Eine Altbausanierung ist häufig nachhaltiger als ein Neubau. Das Ziel dabei: Den Ressourcenverbrauch insgesamt verringern. Wie sieht eine nachhaltige Sanierung genau aus?


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Eine Sanierung ist immer dann nachhaltig, wenn die getroffenen Maßnahmen in ihrer Gesamtheit eine Verringerung des Ressourcenverbrauches des Gebäudes bewirken. Ressourcen werden zum einen für die Herstellung der verwandten Materialien verbraucht und zum anderen für die Nutzung des Gebäudes. Sanierungsmaßnahmen sollen also einerseits auf eine deutliche Reduzierung laufender Verbräuche hinwirken, andererseits selbst nicht mit zu hohen Lasten zu Buche schlagen.

Obwohl sich hierbei die Ziele der Ökologie und der Ökonomie oft gegenseitig bedingen, kann es auch zu Konflikten kommen. Diese gilt es in einem möglichst optimal zu gestaltenden Kompromiss aufzulösen. Die dritte Dimension der Nachhaltigkeit, nämlich soziale Aspekte, tritt demgegenüber etwas in den Hintergrund.

Sanierungsmaßnahmen sollen einerseits auf eine deutliche Reduzierung laufender Verbräuche hinwirken, andererseits selbst nicht mit zu hohen Lasten zu Buche schlagen.

Natürlich dient eine Sanierung auch dazu, den Standard der Wohnung zu heben, indem zeitgemäße Ausstattung und persönliche Gestaltungsvorlieben umgesetzt werden können. Doch wie kannst du all diese Ziele unter einen Hut bringen und deine Sanierung zu einem vollen Erfolg machen?

So sieht eine nachhaltige Sanierung aus

So wie im Großen aus dem Sichtwinkel der Nachhaltigkeit die Altbausanierung einem Neubau vorzuziehen ist, so ist es auch im Kleinen häufig vorteilhaft, Bestehendes aufzuarbeiten statt Neues zu kaufen. Dies dient bei Weitem nicht nur der Schaffung eines gemütlichen und rustikalen Ambientes, sondern schont auch Umwelt und Geldbeutel. Schnell lässt sich beispielsweise in die Jahre gekommenes Holz wieder auf Vordermann bringen. Druckstellen werden gedämpft oder geschliffen und die Oberfläche mit Öl oder Wachs neu versiegelt. Ein durchdachter Materialeinsatz bei der Sanierung zeichnet sich also dadurch aus, dass Aspekten der Langzeithaltbarkeit und dementsprechend Wartungs- und Instandsetzungsfreundlichkeit eine entsprechende Bedeutung bei der Materialwahl beigemessen wird.

Von besonderem Interesse sind bei einer Sanierung eine Verbesserung der Dämmung von Dach und Mauerwerk sowie die Verbesserung von Türen und Fenstern. Hier kann durch den Einsatz moderner Materialien einiges bewirkt werden. Die Einblasdämmung, bei der Zellulose in Hohlräume eingebracht wird, hat sich besonders bewährt. Das natürliche Material erreicht auch schwer zugängliche Bereiche bei hoher Ergebnisqualität und der Dämmstoff schont Geldbeutel wie Umwelt gleichermaßen.

Ein Musterbeispiel der Nachhaltigkeit sind Holzböden. Sie lassen sich mehrmals abschleifen und wieder neu versiegeln.

Doch nicht immer muss neu gekauft und aufwendig eingebaut werden. Schon das regelmäßige Erneuern der Dichtungen an Fenstern und Türen beschert nicht nur erhebliche Heizkosteneinsparungen, sondern steigert auch das Wohlbefinden. Der menschliche Körper nimmt nämlich selbst schwache Zugluft als unangenehm war.

Doch natürlich gilt es auch, die Substanz am Fensterrahmen bestmöglich zu erhalten. Ein Schutzanstrich kann bei hochwertigen Holzfenstern zehn Jahre lang vorhalten. Dabei werden nicht nur deine Finanzen geschont, sondern auch die Umwelt, denn es fällt kein Ressourcenverbrauch für die Herstellung neuer Fenster und für das Recycling der alten Fenster an. Stattdessen werden die Dämmleistung und die ausgleichende Wirkung des Holzes auf das Raumklima dauerhaft gewährleistet. Natürlich will eine Sanierung immer sorgsam abgewogen sein und in Abhängigkeit von Zustand und Stand der Technik der vorhandenen Fenster und Türen kann ein Tausch durchaus die vorteilhafteste Alternative darstellen.

Durchdachte Planungen sind bei einer Altbausanierung entscheidend.

Ein Musterbeispiel der Nachhaltigkeit sind Holzböden. Sie lassen sich, eine entsprechende Dicke der Nutzschicht vorausgesetzt, mehrmals abschleifen und wieder neu versiegeln. Kommt auch noch heimisches, druckfestes Holz wie Eiche zum Einsatz, dann kann ein fachmännisch verlegter Holzboden sehr lange halten und dabei auch noch fabelhaft aussehen. Auch die Optionen zur Oberflächenbehandlung schonen die Umwelt. So gibt es eine große Auswahl leistungsfähiger Öle und Wachse, die auf natürlichen Stoffen basieren.

Holz ist das Material deiner Wahl für Anbauten oder Aufstockungen. Durch sein vorteilhaftes Verhältnis von Dichte und Festigkeit belastet eine Rahmenkonstruktion aus Holz das bestehende Mauerwerk in viel geringeren Maßen als die Massivbauweise. Somit werden Aufstockungen und Anbauten möglich, die den Flächenverbrauch senken und vorhandene Altbauten aufwerten. Betrachtet man zudem noch die ökologischen Vorteile von Holz aus heimischer Erzeugung und dessen hohe Dämmleistung, so wird klar, dass an Holz kein Weg vorbei führt.

Die Möglichkeiten sind vielfältig

Zuallererst geht es bei der Altbausanierung darum, deine optischen und funktionalen Ansprüche an Eigenheim oder Wohnung zu verwirklichen. Doch in den allermeisten Fällen werden auch finanzielle Zielgrößen eine wichtige Rolle spielen. Zum einen sollen die Kosten der Sanierung sich im Rahmen halten, zum anderen soll die Sanierung auch auf eine Reduzierung der Betriebskosten hinwirken.

Die zahlreichen Zieldimensionen der Nachhaltigkeit mit den eigenen Prioritäten in Einklang bringen und einen – für alle Seiten – tragfähigen Kompromiss erzielen, das ist Aufgabe jedes einzelnen Bauherren. Mit den beschriebenen Anwendungsfällen wollen wir das sich ergebende Spannungsfeld beispielhaft auflösen und dir Denkanstöße für dein eigenes Projekt liefern.


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