Nachhaltig Bauen und Sanieren

Was bedeutet eigentlich nachhaltiges Bauen? Und welche (Natur-)Materialien solltest du in Betracht ziehen, wenn du nachhaltig bauen möchtest? Wir liefern einen Überblick.


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Soester Holzhaus baut seit mehr als 30 Jahren ökologische Holzrahmenhäuser. © Soester Holzhaus

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde, doch um daraus die richtigen Schlüsse für den Hausbau ziehen zu können, muss erst einmal die Tragweite des Begriffs geklärt sein. Beim nachhaltigen Bauen geht es vor allem darum, durch den Einsatz entsprechender Materialien und Technologien die Ziele der Ökologie, Gesundheit und der Wirtschaftlichkeit zu verbinden. Optimal in einem Gesamtkonzept verbunden, lösen die Materialien aus der folgenden Rangliste diesen Zielkonflikt auf.

Dabei wird nicht nur der Ressourcenverbrauch während der Bauphase, sondern auch während der Nutzung und beim Rückbau der Immobilie betrachtet. Die Baukosten eines Hauses fallen in der Regel geringer aus als die Folgekosten für Energieverbrauch und Instandhaltung. Genau hier setzt nachhaltiges Bauen an, denn es maximiert den Nutzen entlang aller drei Zieldimensionen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Mit der folgenden Übersicht wollen wir dir einige Anregungen geben, welche Materialien du für wirklich nachhaltiges Bauen in Betracht ziehen kannst.

Der Umwelt zuliebe: Auf diese Materialien ist Verlass

Holz hat in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung als Baumaterial genommen. Mit Holz ist mittlerweile so gut wie alles möglich, doch nicht alles ist auch sinnvoll. Am besten wirkt sich das Material für das nachhaltige Bauen aus, wenn es seiner Natur entsprechend eingesetzt wird.

Moderne Architektur mit Holzfenstern in New York
Der Naturbaustoff verfügt über gute Dämmeigenschaften, was ihn für den Einsatz in der Fassadengestaltung und als Material für Fensterrahmen prädestiniert. Zudem ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, der häufig in der Region gewonnen und weiterverarbeitet wird. Holz ist ein langlebiges Material mit natürlichem Schutz gegen Witterungseinflüsse und Schäden durch Insekten oder Pilze, der durch natürliche Mittel wie Öl und Wachs noch erhöht werden kann. Das Material verhilft deinem Haus zu einer optimalen Ökobilanz und ist zudem günstig in Einkauf und Verarbeitung. Egal ob bei einem Holzhaus in Block- oder Rahmenbauweise oder im Innenausbau auch bei Massivhäusern: Holz lässt sich gut bearbeiten und macht die Erbringung von Eigenleistung leicht. Auch zum Wohlbefinden trägt Holz bei, denn es reguliert das Wohnraumklima. Auf diese Weise wirkt das Naturmaterial der Schimmelbildung entgegen und du behältst die Heizkosten im Griff.

Naturmaterialien als Wärmedämmer

Besonders die Wärmedämmung des Hauses hat einen großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit des Bauwerks. Zum einen senkt eine hochwertige Dämmung die Folgekosten für das Heizen und zum anderen weisen Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen per se schon eine vorteilhafte Ökobilanz auf. Die Liste der nachhaltigen Dämmstoffe mag wie aus einer anderen Zeit erscheinen, die Materialien nehmen es jedoch auch mit modernsten Alternativen auf. So sind Hanf, Schilfrohr, Kork, Flachs, Zellulose oder auch Schafwolle Materialien, die zu einem nachhaltigen Bauen beitragen können, denn sie optimieren den direkten und indirekten Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Ziegel als Alternative zu Holz

Willst du einem Haus in einer der verschiedenen Holzbauweisen nicht den Vorzug vor einem klassischen Massivhaus geben, so solltest du Ziegel aus Lehm unbedingt in die engere Wahl als Baustoff für das Mauerwerk nehmen. Je nach Art zeichnen sich Mauersteine durch sehr unterschiedliche Ökobilanzen aus und eignen sich dementsprechend mehr oder weniger gut als Materialien für das nachhaltige Bauen.

Willst du wirklich nachhaltig bauen, dann solltest du Materialien wählen, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, recycelbar sind und auch deine finanziellen Ressourcen schonen.

Ziegel weisen zwar einen relativ großen Primärenergiegehalt auf, sind jedoch besonders langlebig und gut zu recyceln. Zielgerichteter Rückbau und die sortenreine Sammlung von Resten ermöglichen eine optimale Weiterverwendung. Dabei sind die Ziegel hochwärmedämmend und tragen dementsprechend signifikant zur Senkung der Heizkosten bei. Durch sein gutes Abschneiden bezüglich Feuchte- und Schallschutz, Wärmedämmung sowie Verarbeitbarkeit hebt sich der Ziegel von Konkurrenzprodukten wie Porenbeton, Kalksandstein und Beton ab.

Im Zusammenspiel die Ökobilanz optimieren

Willst du wirklich nachhaltig bauen, dann solltest du Materialien wählen, die auf nachwachsenden Rohstoffen basieren, recycelbar sind und auch deine finanziellen Ressourcen schonen. Eines liegt jedoch auf der Hand: Allein der Einsatz der Materialien aus unserer Rangliste bringt dich nicht ans Ziel. Stattdessen muss ein schlüssiges Gesamtkonzept her, das die vorgeschlagenen Baustoffe optimal integriert.

Dabei kommt besonders der Gebäudetechnik eine tragende Rolle im Gesamtkonzept zu. Die Auswahl der Energieträger sowie deren nutzungsabhängige Bereitstellung erlauben es erst, die Vorteile der vorgestellten Materialien für das nachhaltige Bauen in vollem Umfang zu nutzen. Auch die Form des Gebäudes sowie der Standort sind maßgebliche Faktoren für die Nachhaltigkeit des Bauens. Bei deiner weiteren Recherche empfehlen sich die Materialien aus unserer Rangliste dennoch, denn ihr Potential für Nachhaltigkeit haben sie bereits vielfach unter Beweis gestellt.


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Die Hubert-Redaktion besteht aus langjährigen Experten aus Bereichen wie Holzbau, Architektur und Fenster und Türen. Die Fachautoren teilen ihre Erfahrung, berichten über aktuelle Entwicklungen und liefern hilfreiche Tipps, Tricks und Ratschläge für deine (Bau-)Vorhaben.