Nachhaltig Bauen und Sanieren

Wenn du in deinem Wohn- und Schlafzimmer das Raumklima verbessern möchtest, kannst du die hygroskopischen Eigenschaften von Holz nutzen. Was das ist und welche weiteren positiven Effekte Holz auf die Luftqualität hat, erfährst du hier.


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Ein gutes Raumklima sorgt nicht nur für mehr Wohlbefinden, sondern hat auch einen großen Einfluss auf deine Gesundheit. Diesen Effekt wirst du nicht sofort spüren, denn wie bei den meisten gesundheitsschädigenden Substanzen zeigt er sich erst nach einer gewissen Zeit. Dennoch ist er nachweisbar. Deshalb greifen viele Menschen inzwischen wieder auf natürliche Baustoffe wie Holz zurück.

Der Einfluss von Holz auf die Luftfeuchtigkeit

Bei der Gewinnung von Holz werden zwar Bäume gefällt, wirklich „tot“ ist Holz jedoch nie. Es hat selbst nach der Verarbeitung noch die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und wieder abzugeben. Sie wird in den Zellen eingelagert und verdunstet bei Trockenheit wieder. Holz gleicht daher Schwankungen in der Luftfeuchtigkeit aus und hält sie dadurch stets in einem gesunden Bereich.

Holz gibt jedoch nicht nur keinerlei Schadstoffe an die Luft ab. Es nimmt sie sogar auf, indem es die Luft filtert und so zur Raumluftqualität beiträgt.

Diese Fähigkeit bleibt am besten erhalten, wenn du eine Holzoberfläche möglichst offen gestaltest. Streichst du sie beispielsweise mit einem Öl oder einer Lasur, kann das Holz weiterhin „atmen“. Mittel wie Lacke lassen dagegen eine geschlossene Oberfläche entstehen. Wenn du das Raumklima verbessern möchtest, solltest du außerdem Holz nicht mit dampfundurchlässigen Materialien wie zum Beispiel Folien verkleiden.

Durch Holz eine Schimmelbildung verhindern

Die gute Eigenschaft, überschüssige Luftfeuchtigkeit aufzunehmen, verhindert zudem die Entstehung von Schimmel. Denn Schimmel kann dort auftreten, wo sich Feuchtigkeit staut. Dieser ist stark gesundheitsgefährdend und kann zu chronischen Krankheiten führen. Auch bei der Wärmedämmung kommen deshalb mittlerweile wieder natürliche Dämmstoffe wie Holzfaserplatten zum Einsatz. Wenn du mehr über dieses Thema wissen möchtest, kannst du unseren Ratgeber „Zehn natürliche Dämmstoffe – gesund und umweltfreundlich“ lesen.

Ebenso positiv: der Einfluss auf die Raumtemperatur

Auch im Hinblick auf die Temperatur hat Holz einen regulierenden Effekt. Wie die Feuchtigkeit in der Luft nimmt es die Wärme auf, wenn es heiß ist, und gibt sie wieder ab, wenn die Luft im Raum abkühlt. Diese Eigenschaft ist in Gartenhäusern, die komplett aus Holz bestehen, stark spürbar. In ihnen wird es weder extrem heiß noch eisig kalt.

Ein gutes Raumklima sorgt nicht nur für mehr Wohlbefinden, sondern hat auch einen großen Einfluss auf deine Gesundheit.
Die Fähigkeit, Wärme für eine gewisse Zeit zu speichern, hat auch Auswirkungen auf die Heizkosten. Sie lassen sich beispielsweise durch Holzverkleidungen senken. Darüber hinaus fühlt sich Holz wärmer an als andere Materialien wie zum Beispiel Fliesen oder tapezierte Wände. Das liegt daran, dass Holz ein schlechter Wärmeleiter ist. In Räumen mit reichlich Holz und in Holzhäusern schätzen viele Menschen die Raumtemperatur deshalb höher ein als sie tatsächlich ist und stellen weniger schnell die Heizung an.

Mit Holz die Schadstoffbelastung in der Raumluft senken

Holz hat außerdem den Vorteil, dass es im Unterschied zu manch anderen Materialien wie zum Beispiel Kunststoffen keine Schadstoffe an die Luft abgibt. Voraussetzung hierfür ist aber natürlich, dass du die Mittel zur Behandlung der Oberfläche sorgfältig aussuchst und auf entsprechende Prüfsiegel achtest. Holzschutzmittel für den Außenbereich solltest du außerdem auf keinen Fall für die Inneneinrichtung oder Möbel in Wohnräumen verwenden. Sie müssen dem Holz einen guten Schutz vor Witterungseinflüssen, Pilzen und Schädlingen bieten, daher enthalten diese Mittel auch gesundheitsschädigende Substanzen. Im Freien atmest du diese Schadstoffe nicht ein, deshalb können sie dort verwendet werden.

Holz gibt jedoch nicht nur keinerlei Schadstoffe an die Luft ab. Es nimmt sie sogar auf, indem es die Luft filtert und so zur Raumluftqualität beiträgt. Diese positive Eigenschaft sorgt vor allem in Wohnungen und Häusern in schadstoffbelasteten Bereichen wie zum Beispiel in der Nähe von Autobahnen für eine bessere Luftqualität.

Massivholzmöbel und Holzverkleidungen selbst für Allergiker geeignet

Eine weitere positive Eigenschaft von Holz ist die Tatsache, dass es keinen Staub bindet, sofern seine Oberfläche gewachst oder geölt ist. Er bleibt an vielen anderen Materialien durch eine elektrostatische Aufladung haften. Bei Holz entsteht solch eine Aufladung nicht oder nur in sehr geringem Ausmaß, deshalb sind Möbel und Inneneinrichtungen aus Massivholz auch für Allergiker zu empfehlen. Alle Nicht-Allergiker haben zumindest den Vorteil, dass sie mit der Reinigung der Räume schneller fertig sind.

Fazit

Wenn du möglichst gesund wohnen möchtest, sind Massivholzmöbel, Holzfußböden, Holzdecken und nicht zuletzt Holzfenster und Holztüren eine gute Wahl. Mit Holz lässt sich jedoch nicht nur das Raumklima verbessern. Dieser natürliche Werkstoff ist auch sehr schön, umweltfreundlich und stets einzigartig, denn es gibt auf der ganzen Welt keine zwei exakt gleichen Bretter. Holz erfüllt daher, obwohl es schon seit Jahrtausenden genutzt wird, sämtliche Kriterien, die man an einen modernen Baustoff stellen kann.


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