Nachhaltig Bauen und Sanieren

Eine Garage aus Holz wirkt im Vergleich zu einer gemauerten Garage sehr natürlich und lässt das gesamte Grundstück idyllisch wirken. Wenn du solch eine Holzgarage selber bauen möchtest, findest du hier zahlreiche Tipps.


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Eine Holzgarage hat gegenüber einem Carport den Vorteil, dass sie rundum geschlossen ist. Dein Auto, die Fahrräder, Gartengeräte wie der Rasenmäher und alle anderen Gegenstände, die du darin abstellen möchtest, sind daher besser vor Diebstahl, Beschädigungen und nicht zuletzt vor Regen, Wind und anderen Witterungseinflüssen geschützt. Bevor du dich an die Arbeit machst, solltest du jedoch einen Blick in die Bauvorschriften deiner Gemeinde werfen oder dem zuständigen Bauamt einen Besuch abstatten. Wichtig ist vor allem, dass du den vorgeschriebenen Mindestabstand zum Nachbargrundstück einhältst oder deinen Nachbarn um Erlaubnis fragst, falls du deine Garage an den Rand des Grundstücks setzen möchtest. Eventuell musst du sogar eine Baugenehmigung beantragen. All diese Fragen vorab zu klären, bewahrt dich vor späterem Ärger mit dem Nachbarn und Problemen mit den Behörden, die schlimmstenfalls dazu führen können, deine Garage wieder abreißen zu müssen.

Holzgaragen – auch als praktische Bausätze erhältlich

Wenn du eine Holzgarage selber bauen möchtest, hast du die Wahl zwischen einem echten Eigenbau und einem Bausatz. Letzterer besteht aus vielen Einzelteilen, die bereits auf das nötige Maß zugeschnitten sind. Auch Fräsungen, Bohrungen und Ähnliches sind oft bereits vorhanden.

Bausätze werden inzwischen von vielen Herstellern angeboten und sind daher in zahlreichen Größen und Varianten erhältlich.

Bei einem Bausatz ersparst du dir daher viele Arbeiten, sodass deine neue Garage mit etwas Hilfe von Freunden oder Verwandten innerhalb von ein bis zwei Tagen steht. Diese Variante hat außerdem den Vorteil, dass du mit relativ wenig Werkzeug auskommst.

Bausätze werden inzwischen von vielen Herstellern angeboten und sind daher in zahlreichen Größen und Varianten erhältlich. Du bekommst sie als Einzel- und Doppelgaragen, mit einem angeschlossenen Carport oder einem kleinen Unterstand für beispielsweise Fahrräder oder Mülltonnen, mit einem Abdach, das sich sehr gut für die Lagerung von Kaminholz eignet, und mit zusätzlichem Abstellraum. Einige besitzen sogar Fenster und ein Spitzdach, sodass sie abgesehen vom großen Einfahrtstor kaum von einem gemütlichen Gartenhaus zu unterscheiden sind. Bei dieser großen Auswahl ist sicherlich etwas für dich dabei.

Aus Balken und Brettern die Holzgarage selber bauen

Für welche Materialien du dich entscheidest, ist von deinem Budget, aber natürlich auch von deinem Geschmack abhängig. Denke außerdem daran, dass die neue Garage zum Haus und zu anderen Bauten wie einer Gartenhütte oder dem Zaun rund um dein Grundstück passen sollte.


Möchtest du deine Garage dennoch lieber selbst bauen, benötigst du mehr Zeit für den Aufbau. In diesem Fall solltest du das Holz sorgfältig aussuchen. Ideal sind recht witterungsbeständige Holzarten wie Lärche. Du kannst jedoch ebenso günstigeres Holz von beispielsweise Fichten verwenden und es mit einer guten Oberflächenbehandlung vor Witterungseinflüssen schützen. Für die Außenhülle eignen sich Nut- und Federbretter am besten. Sie lassen sich ineinanderstecken, sodass eine geschlossene, aber dennoch flexible Oberfläche entsteht. Durch die Nuten und Federn können sich die einzelnen Bretter bei Trockenheit ein wenig zusammenziehen und bei feuchter Witterung wieder ausdehnen, ohne dass dies von außen sichtbar ist. Sie lassen das Holz arbeiten und verhindern dadurch die Entstehung von Rissen.

Besonders wichtig: ein tragfähiger Untergrund

Damit deine Holzgarage später sicher steht und sich im Laufe der Jahre nicht verzieht, solltest du dir zunächst den Untergrund ansehen. Er muss vollkommen eben und entsprechend tragfähig sein. Die größte Sicherheit bietet ein Betonfundament in Form einer Bodenplatte oder eines Streifenfundaments. In vielen Fällen kommst du jedoch auch ohne Beton aus.

Wenn du eine Holzgarage selber bauen möchtest, hast du die Wahl zwischen einem echten Eigenbau und einem Bausatz.

Ist der Boden ausreichend tragfähig, kannst du zum Beispiel Platten verlegen, die in deiner neuen Garage als Fußboden dienen. Benötigst du Unterstützung bei der Entscheidung für oder gegen ein Betonfundament, lässt du den Boden am besten von einem Statiker untersuchen. Für die sogenannten Steher, also die aufrechten Balken in den vier Ecken, die das Grundgerüst deiner Garage bilden, solltest du trotzdem auf jeden Fall Beton verwenden. Diese Punktfundamente müssen in ihrem Durchmesser nur wenig größer als die Balken sein, denn auf ihnen fixierst du die Steher mit stabilen Winkeln. Alternativ kannst du die Halterungen auch in den Beton einlassen. Diese Variante ist noch etwas stabiler.

Aus dicken Balken und Querstreben ein stabiles Grundgerüst bauen

Für weitere Stabilität sorgen die liegenden Balken, die du an drei Seiten jeweils oben und unten zwischen die Steher setzt. Allein die Vorderseite, die du später mit einem Tor oder Türen ausstattest, bleibt frei. Sind alle liegenden Balken befestigt, kannst du dich der Überplattung widmen.

Ein stabiles Dach kannst du sogar begrünen und je nach Tragfähigkeit mit kleineren oder größeren Gewächsen bepflanzen.

Sie trägt später das Dach und sollte deshalb entsprechend sicher befestigt werden. Gute Dienste leisten Gewindeschrauben und Muttern. Setze außerdem zwischen die oberen Balken einige Querstreben. Sie erhöhen die Tragkraft und verhindern, dass bei starkem Schneefall das Dach einstürzt. Ein stabiles Dach kannst du sogar begrünen und je nach Tragfähigkeit mit kleineren oder größeren Gewächsen bepflanzen. Solch ein Gründach sieht gut aus, sorgt für ein angenehmes Klima und ist vor allem in der Stadt ein schöner Beitrag zum Umweltschutz.

Die neue Holzgarage vor Wind und Wetter schützen

Ist deine neue Holzgarage schließlich fertig, streichst du sie mit einer Lasur für den Außenbereich. Sie dringt in das Holz ein und schützt es vor allem vor Feuchtigkeit sowie vor Schädlingen, die das Holz zerstören. Dieser Schutz muss hin und wieder erneuert werden.

Einen guten Wetterschutz benötigt außerdem das Dach. Bei einem Flachdach kannst du Dachpappe verwenden, die idealerweise etwas übersteht, damit Regenwasser an den Seiten herabtropfen kann. Solch eine Pappe solltest du später in regelmäßigen Abständen überprüfen, denn sie wird durch die Sonneneinstrahlung porös und muss daher nach einer gewissen Zeit ausgetauscht werden. Hat deine Garage ein Spitzdach, sehen dagegen Dachschindeln gut aus. Auch Bausätze werden übrigens nur selten mit einer Dacheindeckung geliefert. Die Frage, wie du dein Dach vor Feuchtigkeit schützt und es gleichzeitig optisch attraktiv gestaltest, stellt sich daher sowohl beim Eigenbau als auch bei der Verwendung eines Bausatzes.

Ein Garagenbau ist auch für weniger geübte Personen machbar, sofern sie über ein wenig handwerkliches Geschick verfügen. Zumindest eine helfende Hand ist jedoch auf jeden Fall erforderlich, denn allein wirst du zum Beispiel die oberen dicken Balken zwischen den Stehern kaum befestigen können. Zumindest für die groben Arbeiten solltest du dir daher Hilfe holen. Die Montage der Nut- und Federbretter oder einer anderen Außenhülle ist dagegen allein möglich.

Fotos: Soester Holzhaus GmbH


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