Nachhaltig Bauen und Sanieren

"Cradle-to-Cradle" - oder auch "Vom Ursprung zum Ursprung" stellt ein System dar, das den Umweltschutz groß schreibt und auf Nachhaltigkeit setzt. Was es genau damit auf sich hat, erfährst du in diesem Artikel.




Cradle-to-Cradle bedeutet übersetzt “von der Wiege bis zur Wiege” – also vom Ursprung zum Ursprung. Das steht für eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirkung, in dem der Abfall minimiert wird und alle Rohstoffe wiederverwendet werden können, ohne umweltschädliche Stoffe zurück zu lassen. 

Entworfen wurde dieses einfach klingende Prinzip von dem deutschen Chemiker Michael Braungart und dem US-amerikanischen Architekten William McDonough. 

Es wird nur mit Produkten gearbeitet, die als biologische Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurückgeführt oder als “technische Nährstoffe” kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten werden. 

Anders als bei dem Cradle-to-Grave Prinzip, bei dem Dinge genutzt, verbraucht und danach entsorgt werden, beginnt der Kreislauf bei dem Cradle-to-Cradle Prinzip immer wieder neu und keine Produkte werden komplett entsorgt. 

Desto mehr Holz in einem Haus verbaut ist, umso mehr wird mit dem Cradle-to-Cradle Prinzip gearbeitet

Unternehmen, die nach diesem Prinzip handeln, stehen für umweltfreundliche und nachhaltige Produktion und Produkte. Die sogenannte “C2C-Zertifizierung” wird seit dem Jahr 2010 von dem Non-Profit-Institut “Cradle to Cradle Products Innovation Institute” mit Sitz in San Francisco (USA) verliehen. Sie bewerten nach folgenden fünf Kriterien:

  • Materialgesundheit
  • Kreislauffähigkeit
  • (Einsatz) Erneuerbare Energien
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser
  • Soziale Gerechtigkeit. 

Das Siegel muss alle zwei Jahre erneuert werden. 

Cradle-to-Cradle steht für die Vision einer abfallfreien Wirtschaft, bei der Firmen keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialien mehr verwenden und wo alle Stoffe dauerhaft Nährstoffe für natürliche Kreisläufe oder geschlossene technische Kreisläufe sind. 

Umweltkreislauf und technischer Kreislauf

 

Die Bedeutung von Holz bei dem Cradle-to-Cradle Prinzip

Holz ist ein natürliches Material, das in den biologischen Kreislauf zurückzuführen ist, bei dem Materialien biologisch restlos abgebaut werden können. Holz kommt in erster Linie bei dem Bau von Häusern zum Einsatz – von dem Außenmaterial, über Holzfenstern zu Holztüren. Desto mehr Holz in einem Haus verbaut ist, umso mehr wird mit dem Cradle-to-Cradle Prinzip gearbeitet. 

Einige Beispiele von Holzhäusern zeigen, was die Besonderheit ist und warum man auf Holzhäuser setzen sollte.

 

Holzhybrid-Gebäude “The Cradle” in Düsseldorf

Das Bürogebäude soll 2021 fertig gestellt werden. Die Fassade des Gebäudes wird größtenteils aus Holz bestehen, das bei einem möglichen Abriss des Gebäudes in einem anderen Haus oder für Möbelstücke wiederverwendet werden kann. Der benötigte Beton für den Hausbau lässt sich von anderen Baumaterialien trennen. 

Woodcube in Hamburg

Hierbei handelt es sich um ein 5-geschossiges Wohnhaus, das komplett aus Massivholz gebaut wurde. Laut dem zuständigen Projektmanager kann das Gebäude “komplett geschreddert und im Wald verteilt werden, ohne dem Wald damit zu schaden”. Es trifft also komplett den Gedanken des Cradle-to-Cradle Prinzips. Weder Bauchemie noch PVC oder Leime kamen zum Einsatz. Das Gebäude ist komplett CO2-neutral. 

Korkenzieherhaus in Berlin

Der Gebäudesockel des sogenannten Korkenzieherhauses besteht komplett aus Stampfbeton. Der jahrhundertealte Baustoff wird traditionell schichtweise eingebracht und in Handarbeit verdichtet. Darüber ist das Gebäude statisch als Holzkonstruktion errichtet, bei der Wände und Dachflächen außen mit Korkplatten verkleidet sind. Das Material stammt aus Portugal, wo Kork ein Abfallprodukt ist. Die gepressten Korkfassadenplatten sind auf natürliche Weise, ohne Zusatz von Chemikalien resistent gegen Witterung und Schimmel. Darüber hinaus hat Kork sehr gute Dämmwerte. In dem Gebäude wurde komplett auf Kleber und gesundheitsschädliche Bauschäume verzichtet. 

Holz100 Häuser von Thoma

Die Holz100 Häuser bestehen – wie es der Name schon sagt – zu 100% aus naturreinem, mondphasen-geschlagenem, heimischem Nadelholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Der massive Wandaufbau wird durch mechanische Verbindungen mit Holzdübeln geschaffen. Leim oder Metalle, giftige Chemie oder Holzschutzmittel kommen nicht zum Einsatz. Bei der Auswahl des Materials wird darauf geachtet, dass Holz vom richtigen Zeitpunkt genutzt wird. Mondholz bietet Schädlingen fast keine Nahrung, auf giftige Holzschutzmittel kann also komplett verzichtet werden und die Häuser sind zu 100% frei von giftiger Bauchemie. Die Holz100 Häuser halten den Weltrekord in der Wärmedämmung und übertreffen jede Brandschutznorm. Sie bieten Strahlensicherheit, Schallschutz und Erdbebensicherheit. Produktion und Betrieb von Holz100 Häusern sind komplett auf Nachhaltigkeit optimiert.

 

Das Cradle-to-Cradle Prinzip gewinnt mehr und mehr an Bedeutung und wird für den modernen Bau vermehrt angewendet. Die Umwelt zu schützen und nachhaltig zu handeln wird zu einem Trend, der immer mehr Unternehmen überzeugt. 

 


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