Fensterratgeber

Moderne Holzfenster überzeugen mit extrem haltbaren Oberflächen. Ein neuer Anstrich lässt sich manchmal trotzdem nicht vermeiden. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du dein Holzfenster richtig streichst.




Wer sich für Holzfenster entscheidet, entscheidet sich für die natürlichsten und nachhaltigsten unter den Fenstermodellen. Neuartige Lacke und verbesserte Oberflächenverfahren in Kombination mit der richtigen Pflege sorgen dafür, dass sie außerdem sehr lange richtig gut aussehen und bis zu 60 Jahre lang halten können. Ein neuer Anstrich der Holzfenster lässt sich dadurch allerdings oft nicht gänzlich vermeiden.

Holzfenster streichen ist kein Hexenwerk. Und der Vorteil daran: Man kann sich nach ein paar Jahren für eine ganz neue Optik entscheiden, wenn einem denn danach ist.

In diesem Artikel erklären wir, worauf man beim Streichen von Holzfenstern achten sollte und liefern eine Schritt-für-Schritt-Anleitung gleich mit.

Wichtige Hinweise vorab

Wer an seinen Holzfenstern Anstrichschäden feststellt, sollte diese sofort beseitigen. Denn später können diese nicht mehr oder nur sehr aufwändig behoben werden. Außerdem vermeidet man so, dass Wasser an den entsprechenden Stellen eindringen und dem Holz schaden kann. Es gilt daher: Am besten den Lack direkt nach dem Einbau der Holzfenster auf Beschädigungen überprüfen.

Sofern keine Schäden vorhanden sind, gelten als grober Richtwert folgende Intervalle für einen neuen Anstrich der Holzfenster:

Starke Bewitterung (Wetter-/Schlagseite) alle 2 bis 3 Jahre
Für helle Farbtöne und normale Bewitterung alle 2 bis 3 Jahre
Für mittlere Farbtöne und normale Bewitterung alle 4 bis 10 Jahre
Für deckende Farbtöne und normale Bewitterung alle 5 bis 15 Jahre

 

Mit welchen Materialien sollte gearbeitet werden?

Wenn es dann ans Streichen der Holzfenster geht, solltest du diese Werkzeuge parat haben:

  • Acryl-Pinsel oder Acryl-Mix-Pinsel Größe 4 – 6
  • Schleifpapier 100 – 120er Korn
  • Schleifschwamm 100 – 150er Korn
  • Dreiecksziehklinge ca. 6 cm breit
  • Grundierung und Dickschichtlasur (d.h. Lack) wie ursprünglich verwendet
  • V-Fugenschutz (Hirnholzschutz und Kopfholzversiegelung)

Die Materialien gibt es entweder im Fachhandel, in Baumärkten oder direkt beim Fensterhersteller.

Holzfenster streichen: eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Bevor du mit dem Streichen loslegst, solltest du zunächst die Anstrichoberflächen mit Essigwasser reinigen, um den Umweltschmutz zu entfernen. Der sorgt nämlich für eine schlechte Haftung des Lacks.

Bei intakter Holzfenster-Oberfläche solltest du diese Hinweise berücksichtigen:

  • Die Oberfläche mit dem Schleifschwamm anschleifen und gründlich entstauben. Achtung: Den Lack an den Kanten nicht bis auf das rohe Holz durchschleifen, da sonst auch die das Holz schützende Grundierung entfernt wird.
  • Je nach Abwitterung das Holzfenster ein- oder mehrmals streichen.
  • Die oftmals etwas stärker abgewitterten Stellen wie Wetterschenkel und Kämpfer ein- bis zweimal mit Zwischenschliff separat mit demselben Lack vorstreichen. Diese Bereiche sind wetterbedingt stärker beansprucht, sodass die Lackschicht dicker aufgetragen werden sollte.

Bei bereits beschädigter Oberfläche (z.B. Abplatzungen oder Risse im Lack) gilt folgendes Vorgehen:

  • alle Lackschichten restlos entfernen. Hierfür am besten mit Schleifpapier und ggf. der Dreiecksziehklinge arbeiten. Festhaftende Farbreste können bei durchscheinenden Lasuren zu Fleckenbildungen führen, weshalb wirklich alle Lackspuren restlos entfernt werden sollten.
  • Ist nicht das ganze Fenster betroffen, können diese Arbeiten auch an einzelnen Rahmenteilen durchgeführt werden.

Und jetzt geht es ans Streichen der Holzfenster. Dabei solltest du wie folgt vorgehen:

  1. Zweimal mit der entsprechenden Grundierung streichen
  2. Nach dem ersten Anstrich mit der Grundierung einen Zwischenschliff vornehmen
  3. Vor dem ersten Anstrich mit der Dickschichtlasur sollten das Kopfholz (Wetterschenkel usw.), die Rollladenführungen unten und die Holzfugen im Außenbereich mit einem V-Fugenschutz versiegelt werden, um einen Wassereintritt zu vermeiden. Der V-Fugenschutz wird mit einer Leimflasche mit spitzer Düse aufgebracht und dann mit dem Finger geglättet.
  4. Anschließend dreimal mit der Dickschichtlasur streichen, wobei nach jedem Anstrich ein Zwischenschliff mit dem Schleifschwamm erfolgen sollte.

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Sandra ist hauptberuflich Digital Marketing Managerin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den neuesten Trends im Internet. Seit 2016 arbeitet sie in der Baubranche. Ihr besonderes Interesse gilt dabei dem Thema nachhaltig Bauen und Leben. Weil sie so gerne spricht, ist sie unsere Hauptinterviewführerin.

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