Fensterratgeber

Holzfenster sind schön, hochwertig und gerade im Altbau sehr beliebt. Wie du mit Hilfe von Lasuren und Lacken die Optik deiner Fenster erhalten kannst, erfährst du in diesem Artikel.




Holzfenster galten lange als sehr pflegeintensiv. ‘Die muss man doch ständig streichen’, heißt es schnell. Moderne Holzfenster jedoch bringen extrem widerstandsfähige Oberflächen mit, die das Holz der Fenster über viele Jahre bis Jahrzehnte zuverlässig schützt. Dennoch kann es sein, dass Risse oder Beschädigungen in der Oberfläche entstehen. In diesem Fall solltest du die Oberfläche deines Holzfensters erneuern, damit das Holz keinen Schaden nimmt und du noch lange etwas von deinen Holzfenstern hast.

Vielleicht möchtest du diese Gelegenheit nutzen und gleich die Optik deiner Holzfenster verändern. Dabei stellt sich die Frage: Holzfenster lasieren oder lackieren? Welche Unterschiede zwischen Lack und Lasur bestehen und wie du sie bei Holzfenstern richtig aufträgst, erfährst du im Folgenden. 

Lack

Ein Lack schützt zuverlässig vor UV-Strahlen und Wasser aufgrund des hohen Pigmentanteils. Er bildet eine blickdichte Oberfläche. Der Nachteil hierbei ist, dass die Holzmaserung nicht durchscheint. Wen also die Natürlichkeit des Holzes reizt, sollte nicht auf einen Farblack zurückgreifen, sondern sich für eine Lasur entscheiden. 

Holzfenster lasieren oder lackieren: Weiß lackierte Fensterecke von Sorpetaler Fensterbau

Der Vorteil eines Lacks: Er lässt eine komplett geschlossene Oberfläche entstehen und schützt das Holz somit perfekt. Wichtig ist, dass der Lack für die Verwendung im Außenbereich geeignet ist und richtig aufgetragen wird. Der Lack sollte luftdurchlässig sein, sodass das Holz atmen kann und nicht durch Feuchtigkeit geschädigt wird.

Bei Lacken gilt übrigens: Je heller der Farbton, desto unemfpindlicher ist er. Weiß ist der mit Abstand unempfindlichste Lack für Holzfenster. Dunkle, deckende Lacke hingegen heizen sich etwa bei UV-Einstrahlung stärker auf, sodass das Risiko für ein Aufplatzen der Oberfläche steigt.

Lasur

Bei Lasuren wird zwischen der Dünnschicht- und der Dichschichtlasur unterschieden. Das Holz wird mit einer Dünnschichtlasur nicht versiegelt, sondern nur imprägniert. Eine Dünnschichtlasur auf Wasserbasis ist sowohl für den Innenbereich als auch für den Außenbereich geeignet. 

Der Vorteil der Lasuren ist, dass die natürliche Holzmaserung erhalten bleibt.

Die Dickschichtlasur ähnelt den Lacken und bildet einen zuverlässigen, schützenden Film auf dem Holz. Die Lasur schützt das Holz von außen und die enthaltene Imprägnierung dringt tief in das Holz ein und schützt auch tiefere Holzschichten. Sie ist in vielen verschiedenen Farbtönen erhältlich – sowohl in den Naturtönen als auch in knalligen Farben. 

Der Vorteil der Lasuren ist, dass die natürliche Holzmaserung erhalten bleibt und die Lasuren flexibler auf Temperaturschwankungen reagieren können. Außerdem können entstandene Risse in der Oberfläche leichter ausgebessert werden. Es reicht, wenn sie lediglich leicht angeschliffen und dann neu lasiert werden. 

Generell sollte die Lasuroberfläche (vor allem im unteren Bereich des Hauses) nach spätestens drei Jahren auf Risse überprüft werden. Falls kleine Risse entstanden sind, können diese so noch früh genug ausgebessert werden.

Für Holzfenster sind allerdings nicht alle Lasuren zu empfehlen. Bei hellen Lasurtönen übernehmen Holzfensterhersteller in der Regel keine Gewährleistung für die Oberfläche im Außenbereich. Dunkle Lasurtöne wie etwa Kirschbaum, Akazie, Nussbaum oder Teak sind dagegen unproblematisch. Wenn du dir unsicher bist, welche Lasur geeignet ist, lohnt sich ein Nachfragen beim Maler oder Fensterhersteller.

Anleitung Lackieren bzw. Lasieren

Bei der Vorbereitung für das Lackieren bzw. Lasieren muss zwischen Fenstern, die noch eine intakte Holzoberfläche haben und die eine bereits geschädigte Holzoberfläche haben, unterschieden werden. 

Bei intakten Holzoberflächen muss die Oberfläche lediglich gereinigt und mit einem Schleifschwamm angeschliffen werden. Je nach Abwitterung sollte das Fenster daraufhin ein- oder mehrmals gestrichen werden. 

Bei bereits beschädigter Oberfläche, müssen die Lackschichten restlos entfernt werden. Es kann sein, dass dies auch nur bei Teilen des Fensters nötig ist. 

Das anschließende Streichen unterscheidet sich nicht. 

  • Die Fenster sollten zweimal mit entsprechender Grundierung gestrichen werden.
  • Ein Zwischenschliff erfolgt nach der ersten Grundierung 
  • Vor dem ersten Anstrich mit der Lasur oder dem Lack sollten das Kopfholz (Wetterschenkel usw.), die Rollladenführungen unten und die Holzfugen im Außenbereich mit einem V-Fugenschutz versiegelt werden, um einen Wassereintritt zu vermeiden. Der V-Fugenschutz wird mit einer Leimflasche mit spitzer Düse aufgebracht und dann mit dem Finger geglättet
  • Anschließend dreimal die Lasur oder den Lack auftragen, wobei nach jedem Anstrich ein Zwischenschliff erfolgen sollte. 

Im Zweifelsfall solltest du immer die Hilfe von einem Fachmann suchen, da die Renovierung bzw. das Lackieren von einem Fenster nicht zu unterschätzen ist. Vor allem die Wahl des richtigen Lackes/der richtigen Lasur kann zu Schwierigkeiten führen, denn nicht jeder Lack oder jede Lasur ist für das Streichen von Holzfenstern geeignet.

Beitragsbild: Foto von Zuzana via Unsplash; Fensterecke: Patrick Sonntag/Sorpetaler Fensterbau


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Ich bin Luisa und arbeite als Werkstudentin bei Sorpetaler Fensterbau. Für Sorpetalers Online-Magazin Hubert schreibe ich regelmäßig Artikel rund um die Themen Nachhaltigkeit, Fensterbau, Bauen und Basteln mit Holz.

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