Der Werkstoff Holz

So breit gefächert die Einsatzbereiche für Holz im und am Haus sind, so sind es auch die Anforderungen dieser Bereiche an die Holzpflege. Deswegen haben wir die wichtigsten Bereiche und dazu passende Pflegetipps zusammengestellt.


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Holz ist der Spitzenreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Dazu tragen nicht nur die hohe Verfügbarkeit heimischen Holzes sowie dessen ressourcenschonende Verarbeitung bei, sondern auch die natürlichen Eigenschaften des Materials. So weist Holz sehr gute mechanische Eigenschaften bei vergleichsweise geringer Dichte auf und auch die Dämmleistung ist sehr hoch. Dazu kommt die regulierende Wirkung auf das Raumklima, von der das Wohlbefinden der Bewohner und die Bausubstanz gleichermaßen profitieren. Auch seine – gute Pflege vorausgesetzt – hohe Lebensdauer trägt zur Nachhaltigkeit des Materials bei.

Bereits mit einer stimmigen Materialauswahl werden die Weichen für die Dauerhaltbarkeit gestellt. Hier kommt es vor allem darauf an, eine Holzart zu wählen, deren Eigenschaftsprofil zum Anwendungsfall passt. Dass das Holz die Anforderungen an bauphysikalische Eigenschaften, Optik, Dämmleistung und Resistenz gegen Witterung, Pilz- und Insektenbefall dauerhaft erfüllen kann, dafür sorgt jedoch die Holzpflege. Dabei sollte es dein Ziel sein, die Pflege optimal an die Erfordernisse des entsprechenden Bauteils anzupassen. So erreichst du einen optimalen Pflegezustand bei minimalem Aufwand von Zeit und Material.

Holz pflegen: die richtige Pflege für jeden Bereich

So breit gefächert die Einsatzbereiche für Holz im und am Haus sind, so sind es auch die Anforderungen dieser Bereiche an die Holzpflege. Deswegen haben wir die wichtigsten Bereiche und dazu passende Pflegetipps zusammengestellt. Natürlich hilft es immer, den Ausgangszustand des Holzes zu kennen. So ist gewährleistet, dass Pflegemaßnahmen und die ursprünglich vorgenommene Oberflächenbehandlung optimal harmonieren. Zu vielfältig sind die Einflussfaktoren auf den Pflegezustand von Holz, als dass wir dir feste Intervalle und Maßnahmen nennen könnten. Sieh die nachfolgenden Pflegetipps als groben Anhaltspunkt. Ein waches Auge jedoch können sie nicht ersetzen.

    • Holzfassaden sind besonders durch die Witterung beansprucht. Sonneneinstrahlung und Regen sowie Temperaturschwankungen laugen das Holz aus und können Verzug und Risse verursachen. Umso wichtiger ist es, das Holz mit einem imprägnierenden Anstrich zu schützen und diesen hin und wieder zu erneuern. Auch Liebhaber vergrauter Fassaden müssen sich dank spezieller Vergrauungslasuren nicht zwischen Holzpflege und Optik entscheiden.
    • Den Rahmen von Holzfenstern solltest du regelmäßig säubern, jedoch nicht mit aggressiven Scheuermitteln, die die schützende Oberfläche beschädigen könnten. Besonders nach Hagel müssen die Fenster auf Beschädigungen in der Schutzschicht überprüft werden. Darüber hinaus gilt es besonders, die stärker beanspruchte Wetterseite im Blick zu behalten. Beim Ausbessern kommt spezieller Lack oder eine Lasur zum Einsatz.
    • Ähnlich verhält es sich mit Holzterrassen. Hier besteht die beste Vorsorge darin, stehende Nässe zu vermeiden und den Anstrich des Holzes bei Bedarf aufzufrischen. Doch selbst leistungsfähige Mittel zur Holzpflege halten den Verfall nicht auf Dauer auf, wenn keine Holzart mit hohem Eigenschutz oder modifiziertes Holz verwendet wurde. Mindestens einmal im Jahr solltest du die Terrasse gründlich reinigen und neu einölen. Gegen Algen und Moose helfen spezielle Reiniger, die im Handel erhältlich sind.
  • Massivholzmöbel sind besonders edel und haltbar. Besonders dann, wenn die Möbel aus hartem Laubholz bestehen, sind sie unanfällig gegenüber Kratzern und Druckstellen. Lackierte Oberflächen solltest du mit Wasser und einem milden Reiniger, beispielsweise Spülmittel, säubern. Den Glanz kannst du mit einem Möbelpflegemittel auffrischen, das du jedoch nicht häufiger als zwei Mal pro Jahr anwenden solltest. Bei lackierten Oberflächen gestaltet sich die Reparatur schwierig. Ganz anders verhält es sich bei Möbeln mit geölter oder gewachster Oberfläche. Druckstellen können angefeuchtet und mit einem Bügeleisen behandelt werden. Dabei quellen die Holzfasern auf und die Delle wird geschlossen. Mit Schleifpapier wird dann die Oberfläche an die Umgebung angeglichen, bevor sie mit Öl oder Wachs versiegelt wird. Bei weniger tiefgehenden Beschädigungen reicht bereits der Einsatz des Schleifpapiers aus. Auch ohne akute Schäden besteht die optimale Holzpflege darin, das Wachs oder Öl gelegentlich aufzufrischen, nachdem die Oberfläche mit einem nicht zu feuchten Tuch gereinigt wurde.
  • Holzböden verhalten sich ganz ähnlich zu den Möbeln, die auf ihnen stehen. Die beste Pflege ist hier wie so oft die Sorgfalt im täglichen Umgang mit dem Boden. Regelmäßiges Reinigen, vor allem das Entfernen von harten Partikeln wie Steinchen, gewährleistet lange Holzpflege-Intervalle. Möbelgleiter aus Filz oder Kunststoff dienen demselben Zweck, nämlich der Vermeidung von Kratzern und Druckstellen. Wenn nötig, dann besteht auch beim Holzboden die beste Holzpflege in sorgfältigem Abschleifen und neu Behandeln.

Alle Ziele im Blick

Unsere Tipps zur optimalen Holzpflege geben dir einen groben Fahrplan für die regelmäßigen Maßnahmen vor. Sie können aber keinesfalls deinen aufmerksamen Blick ersetzen. Rechtzeitige und sorgfältig durchgeführte Holzpflege stellt sicher, dass du lange Freude an deinen Fassaden, Fenstern, Möbeln und Böden aus Holz hast. Gute Pflege stellt daher einen wichtigen Bestandteil einer wirklich nachhaltigen Nutzung von Holz dar, denn Finanzen, Umwelt und der Wohnkomfort profitieren gleichermaßen.


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