Der Werkstoff Holz

Sägen, Hobeln, Schleifen - alles unterschiedliche Arten, Holz zu behandeln. Welche Bearbeitungsart an welcher Stelle eingesetzt werden sollte und welche Vorteile es gibt, erfährst du in diesem Artikel.




Holz kann auf unterschiedliche Art und Weise bearbeitet und behandelt werden. Es hängt ganz davon ab, welches Ergebnis erzielt werden soll und um welche Holzart es sich handelt. In diesem Artikel stellen wir drei verschiedene Bearbeitungstechniken vor – Sägen, Hobeln, Schleifen.

Sägen

Bei dem Sägen ist es wichtig, dass zwischen Hand- und Maschinensägen unterschieden wird, da diese unterschiedlich arbeiten. Eine Handsäge ist meist ziehend, wohingegen eine maschinelle Säge eher schiebend ist. Bei der Kreissäge ist besondere Vorsicht geboten, da hier die meisten Unfälle entstehen können.
Bei Sägearbeiten ist häufig das Problem, dass Ausrisse in den Werkstücken entstehen können. Dies ist häufig der Fall, wenn das Holz beschichtet ist (z.B. Furnier). Ein Klebeband an der Schnittlinie kann helfen, das Holz besser zusammen zu halten und so ein Ausfransen zu verhindern. Außerdem ist es hilfreich, wenn man den Schnitt mit einem Cutter-Messer leicht vorritzt. Eine weitere Möglichkeit, Ausfransen zu verhindern, ist das Einreiben des Sägeblattes mit Wachs. Der Wachs dient als natürlicher Schmierstoff und sorgt dafür, dass das Sägeblatt nicht so häufig stecken bleibt.

Handsäge

Bei der Handsäge ist die Anzahl der Zähne entscheidend, um einen geraden Schnitt erzielen zu können. Umso mehr Zähne bei der Säge vorhanden sind, umso feiner wird der Schnitt. Die Handsäge ist leicht zu bedienen, es ist wichtig, dass man sie richtig greift. Das Handgelenk darf nicht abgeknickt sein, da es ansonsten schnell zu Ermüdungserscheinungen kommen kann. Mit der Handsäge muss sehr sauber gearbeitet werden. Die komplette Länge des Sägeblatts wird ausgenutzt und zu Beginn nur leicht Druck ausgeübt. In Stoßrichtung wird dann mehr Kraft aufgebaut.

Stichsäge

Stichsäge
Bei der Stichsäge ist eher die Platzierung das Entscheidende. Das Sägeblatt muss frei arbeiten können und das Werkstück darf nicht schwingen, es muss fest aufliegen. Die Säge muss gerade auf dem Werkstück aufliegen und es darf nur leichten Druck ausgeübt werden. Wenn Ausschnitte gesägt werden sollen, wird am besten ein Loch nahe des inneren Ausschnittrandes gebohrt, um dann den Ausschnitt sauber sägen zu können. Mit dem richtigen Sägeblatt kann man mit einer Stichsäge auch runde und kurvige Schnitte verwirklichen. Das Sägeblatt sollte dann, anders als bei geraden Schnitten, so dünn wie möglich sein.

Handkreissäge

Die Handkreissäge muss im ausgeschalteten Zustand so angesetzt werden, dass das Werkstück noch nicht berührt wird. Die Säge sollte erst nach vorn bewegt werden, sobald es die volle Drehzahl erreicht hat. Mit dem richtigen Sägeblatt und einer Schiene, die auf dem Werkstück aufliegt, ist so ein sehr gerader Schnitt möglich. In der Regel sind nur gerade Schnitte möglich, das Sägeblatt kann aber auch schräg gestellt werden, um auf Gehrung zu sägen. Mit der Handkreissäge ist es möglich, ausrissfrei zu sägen und gerade Schnitte entstehen zu lassen. Dies geht in erster Linie bei der Verwendung von Tisch- oder Handkreissägen mit Führungsschiene.

Sicherheit bei elektrischen Sägen

Kreissäge
Es ist ganz wichtig, dass man sich bei dem Arbeiten mit elektrischen Sägen immer voll auf den Schnitt und die Arbeit konzentriert. Handschuhe, Schutzbrille, Gehörschutz und Sicherheitsschuhe sollten zur Grundausstattung dazu gehören. Die zu bearbeitenden Werkstücke sollten immer eingespannt sein, damit sie nicht plötzlich ausschlagen können. Die Kabel und deren Führungen der Säge müssen beachtet werden, damit es zu keinem Strom-Unfall kommen kann, indem beispielsweise das Kabel angesägt wird. Lange Haar sollten verstaut werden (Kappe, Pferdeschwanz, etc.), damit sich diese nicht plötzlich in dem Sägeblatt verfangen können. Die Stichsäge sollte beim Blattwechsel vom Strom genommen werden und das Sägeblatt darf nie zum Körper gerichtet werden.

Hobeln

Die Technik “Hobeln” wird vor allem für das Abrichten und Anpassen von Werkstückkanten genutzt. Flächen, die gehobelt wurden, sind glatter als abgeschliffene Flächen, Hobeln ist jedoch trotzdem vielen Handwerkern nicht so geläufig wie das Schleifen. Der Hobel nimmt dünne Späne von der Oberfläche ab und macht diese nach mehrfacher Bearbeitung immer glatter – je mehr Späne abgetragen werden, desto glatter wird die Oberfläche. Es muss allerdings beachtet werden, dass nicht zu viele Späne abgetragen werden und das Werkstück somit zu dünn wird und dass immer entlang der Maserung gearbeitet wird.
Alte, dicke Lackschichten können mit Hilfe eines Hobels ganz einfach entfernt werden – und das ganz ohne Chemie und Staub.

Außerdem werden die Flächen automatisch geglättet. Unterschieden wird auch hier zwischen dem Handwerkzeug und dem Elektrohobel. Der Handhobel ist häufig präziser. Wichtig bei beiden Arten ist, dass die Messer immer möglichst scharf sind, um ein perfektes Ergebnis erzielen zu können.
Möchte man mit dem Hobel Kanten abrunden, muss das Werkzeug in unterschiedlichen Winkeln immer wieder über die Kante geführt werden, bis die gewünschte Rundung erreicht wurde. Aber auch Fasen, die durch das Schneiden von Brettern verloren gegangen sind, können mit einem Hobel einfach wieder hergestellt werden. Das Ergebnis ist meist sauber und perfekt.

Bei einer Fase handelt es sich um eine abgeschrägte Fläche an einer Werkstückkante.

Vorteil bei dem Hobeln

Bei dem Hobeln entstehen keine Schleifspuren oder Riefen im Holz. Die Oberfläche ist ebenmäßig und glatt. Gehobelte Oberflächen sind anfälliger für Verschmutzungen, da bei dem Hobeln mit der Maserung gearbeitet wird und so eine möglichst dichte, geschlossene Holzoberfläche entsteht.
Ein Elektrohobel ist perfekt für die Entfernung von Lack geeignet. Er verklebt im Gegensatz zu dem Schleifpapier nicht durch den sich erwärmenden Lack. Mit Hilfe des Elektrohobels wird die Lackschicht gleichmäßig abgetragen und eine glatte Oberfläche entsteht.

Schleifen

Schleifmittel sind in vielfältigen Formen und mit unterschiedlichen Materialien erhältlich. Das bekannteste Schleifmittel ist natürlich das Schleifpapier.
Schleifen dient häufig als Vorbereitung von Oberflächen beim Renovieren oder beim Lackieren / Lasieren oder aber auch um Macken oder Kratzer aus dem Holz zu entfernen. Das Ziel ist es, eine ebenmäßige Oberfläche zu schaffen. Hilfreich hierbei sind Schleifklotz oder Schleifschwamm. Macken und Kratzer können generell mit einem elektrischen Schleifgerät leichter entfernt werden.

Anleitung

Wichtig ist, dass kein zu großer Druck aufgebaut wird. Dies kann zu Riefen im Holz führen.

  1. Werkstück fixieren (z.B. auf einer Werkbank)
  2. Grobschliff mit einem Sandpapier mit geringer Körnung (z.B. 40-60). Es muss mit der Maserung geschliffen werden
  3. Schleifstaub entfernen und Holz anfeuchten, um lose Holzfasern sehen zu können
  4. Zwischenschliff mit Schleifpapier mit höherer Körnung. Jetzt wird quer zur Holzmaserung geschliffen
  5. Staub gründlich entfernen
  6. Endschliff: als letztes folgt der Feinschliff mit einem Papier mit sehr hoher Körnung.

Die Oberfläche kann nach dem Schleifen noch einmal versiegelt werden, in dem sie beispielsweise lackiert oder lasiert wird.


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Ich bin Luisa und arbeite als Werkstudentin bei Sorpetaler Fensterbau. Für Sorpetalers Online-Magazin Hubert schreibe ich regelmäßig Artikel rund um die Themen Nachhaltigkeit, Fensterbau, Bauen und Basteln mit Holz.

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