Der Werkstoff Holz

Das Holz des Nussbaums zeigt eine besonders edle Struktur und auch die dunkelbraune Färbung trägt zum attraktiven Erscheinungsbild der Holzart bei. Seit Jahrhunderten zählt das nur eingeschränkt verfügbare Holz daher zu den gesuchtesten Materialien für die hochklassige Innenausstattung.


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Das Holz des Nussbaums zeigt eine besonders edle Struktur und auch die dunkelbraune Färbung trägt zum attraktiven Erscheinungsbild der Holzart bei. Seit Jahrhunderten zählt das nur eingeschränkt verfügbare Holz daher zu den gesuchtesten Materialien für die hochklassige Innenausstattung. Im Zuge der gesteigerten Nachfrage nach Massivholzmöbeln ist Nussbaum derzeit so gesucht wie lange nicht. Da die Walnuss kein eigentlicher Waldbaum ist, sondern meist als Solitärbaum in Parks und Gärten wächst, ist der Nachschub stark begrenzt. Statt heimischer Qualitäten werden im Massenmarkt daher nordamerikanische Nusshölzer verarbeitet. Diese können es jedoch meist weder in Sachen technischer Eigenschaften noch Erscheinungsbild mit europäischem Nussbaum aufnehmen.

Erscheinungsbild

Der Nussbaum erreicht mittlere Höhen von 15 bis 25 Meter. Besonders gut gewachsene Exemplare können astfreie Schäfte von bis zehn Meter ausbilden. Ist der Nussbaum reif für den Einschlag, dann beträgt der Stammdurchmesser meist zwischen 60 und 80 cm.

Für den Möbelbau und die Innenausstattung schätzen Holzliebhaber an der Holzart Nussbaum besonders die dunkelbraune Färbung und die lebhafte Struktur, die die dekorative Qualität des Materials ausmachen.

Ein Blick auf den Querschnitt lässt erkennen, dass der Farbkern des Nussbaums sich deutlich vom gräulich weißen bis rötlichen Splintholz absetzt. Das Kernholz selbst hat in Abhängigkeit von den Wuchsbedingungen eine hellgraue bis dunkelbraune Färbung. Im Längsschnitt zeigt sich zudem die oft ausdrucksstarke Struktur der Holzfasern. Zu den wichtigsten Ausprägungen zählt die gestreifte, geaderte oder wolkige Optik. Da die Jahrringe sich deutlich voneinander abheben, ergibt sich im Tangentialschnitt eine lebhafte Fladerung. Für den Möbelbau und die Innenausstattung schätzen Holzliebhaber an der Holzart Nussbaum besonders die dunkelbraune Färbung und die lebhafte Struktur, die die dekorative Qualität des Materials ausmachen. Die Schwarznuss oder black walnut ist die deutlich dunkler und einheitlicher gefärbte nordamerikanische Alternative zum heimischen Nussbaum.

Technische Eigenschaften

Doch auch die technischen Eigenschaften des gesuchten Holzes machen es zu einem attraktiven Material für hochwertige Anwendungen im Innenbereich. Das feinfaserige Holz ist sehr hart und daher, scharfes Werkzeug vorausgesetzt, ebenso gut zu bearbeiten wie haltbar.

Neben Stühlen und Tischen bietet der exklusive Möbelhandel viele dekorative Beistellmöbel aus Nussbaum.
Bei gutem Wuchs kann es das Holz in Sachen Dichte sogar mit der Eiche und der Buche aufnehmen, zwei heimischen Spitzenreitern in Sachen Abnutzungswiderstand. Darüber hinaus zeichnet die Holzart ihre Biegefestigkeit und das gute Stehvermögen aus. Für den Außeneinsatz ist das Holz dennoch nicht geeignet. Hier stellt die nur bedingte Dauerhaftigkeit den limitierenden Faktor dar. Angesichts der hohen Kosten für das Nussbaumholz kommt ein Außeneinsatz sowieso nur in den seltensten Fällen in Betracht. Solltest du deine Möbel oder andere Gegenstände aus Nussbaum dennoch im Außenbereich nutzen wollen, dann solltest du auf einen guten Witterungsschutz achten.

Verwendung

Härte, Biegbarkeit und die günstigen Eigenschaften für die maschinelle und handwerkliche Verarbeitung prädestinieren Nussbaum als Holzart für die hochwertige Innenausstattung und den Möbelbau. Die elegante dunkle Färbung des Holzes findet besonders häufig Verwendung in Wohn- und Schlafzimmern. Neben Stühlen und Tischen bietet der exklusive Möbelhandel viele dekorative Beistellmöbel aus Nussbaum. Wirklich tief in die Tasche greifen musst du, wenn du größere Möbel wie Schränke oder Sideboards aus Nussbaum dein Eigen nennen willst. Der Exklusivität des Materials entsprechend bleiben die besten Qualitäten der handwerklichen Herstellung von Massivholzmöbeln vorbehalten.

Viele industrielle Hersteller sowie Handwerker verarbeiten deshalb Nussbaumfurnier. Damit erreichen sie nicht nur günstigere Preise, sondern erschließen sich auch neue Freiheiten bei der Formgebung der Möbelstücke. So liegen derzeit beispielsweise Stühle aus Formholz mit einer Deckschicht aus Nussbaum im Trend. Neben diesen einfachen Furnierqualitäten kommen für extrem hochwertige Anwendungen ebenso Furniere aus der Maserknolle zum Einsatz. Solches Maserfurnier findest du beispielsweise als Applikation für den Innenraum von Automobilen der Premiumklasse. Beim Ausgangsmaterial handelt es sich um eine knollenartige Verdickung im Übergangsbereich zwischen Stamm und Wurzel des Nussbaums. Um diesen teilweise unter der Erdoberfläche liegenden Teil des Baumes selbst zu ernten, musst du ihn erst ausgraben.

Verarbeitung

Hast du das Glück, einen Nussbaum aus deinem Bestand verarbeiten zu können, dann kannst du die meisten Verarbeitungsschritte selbst übernehmen. Lediglich für das Auftrennen des Stammes zu Bohlen wirst du in der Regel die Hilfe eines Sägewerks brauchen. Nach der Abholung kannst du das Holz problemlos natürlich trocknen, denn Rissbildung oder Verwerfen stellen bei Nussbaum kein großes Risiko dar. Nussbaum fordert eher deine Geduld heraus, denn der Trocknungsprozess nimmt vergleichsweise viel Zeit in Anspruch.

Die feinen Holzfasern gewährleisten die einfache Bearbeitbarkeit des Nussbaumholzes. Kleinere Kanteln eignen sich sehr gut als Rohlinge zum Drechseln oder Schnitzen, da das Holz nicht zum Splittern neigt.

Die Rinde lässt du am besten an den Bohlen, bis sie sich von selbst löst. Dadurch erhält das trockene Holz allgemein eine noch bessere Färbung und auch die Farbunterschiede zwischen Splint und Kern verlieren an Bedeutung. Möchtest du dein Holz schnell verarbeiten, dann schafft nur eine Trockenkammer Abhilfe.

Die feinen Holzfasern gewährleisten die einfache Bearbeitbarkeit des Nussbaumholzes. Weder beim Abrichten und Dickenhobeln, noch beim Sägen oder Schleifen musst du mit Problemen rechnen. Wäre da nicht der hohe Preis, wäre Nussbaum also eine ideale Holzart für deine ersten Möbelbauprojekte, denn durch Verleimen, Schrauben oder Nageln kannst du präzise Verbindungen herstellen. Kleinere Kanteln eignen sich sehr gut als Rohlinge zum Drechseln oder Schnitzen, da das Holz nicht zum Splittern neigt.

Oberflächenbehandlung und Pflege

Nussbaum lässt sich nicht nur sehr gut bearbeiten, auch die Oberflächenbehandlung ist problemlos. Was die Mittel und die Techniken für die Herstellung einer haltbaren Oberfläche angeht, hast du also die freie Wahl. Bei einem von Natur aus so edlen Holz empfiehlt sich aber der Einsatz farbloser Mittel, die lediglich die natürliche Schönheit des Holzes zur Geltung bringen. Mit einem haltbaren Öl oder Wachs kannst du die Holzfarbe anfeuern und eine reparaturfreundliche Oberfläche schaffen. Legst du dagegen mehr Wert auf eine haltbare Oberfläche, dann bietet sich das Lackieren an.


Wenn du das Holz bis zu einer sehr feinen Körnung schleifst, dann wirst du mit einer mattglänzenden Oberfläche belohnt. Für ein optimales Ergebnis solltest du dabei mit ausreichend Zwischenschritten vom groben bis zum feinsten Schleifpapier arbeiten. Zudem nimmt Beize das Holz gut an. In der Praxis wird Nussbaum aber lediglich dann gebeizt, wenn der Handwerker das Splintholz farblich an den Kern angleichen will. Auf diese Weise lässt sich nämlich der Verschnitt des teuren Nussbaumholzes minimieren. Wenn du zu denen gehörst, die durch den Kontrast zwischen Splint- und Kernholz eine lebendige Optik erreichen möchten, brauchst du dir über das Beizen keine Gedanken zu machen.

Foto im Text: “Walnut Credenza” von David Costa, CC BY 2.0


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