Der Werkstoff Holz

Seit über 30 Jahren spielt Meranti-Holz aus den asiatischen Tropenwäldern eine wichtige Rolle für den europäischen Fenstermarkt. Hatte das hauptsächlich verwendete Sortiment Red Meranti durch Qualitätsschwankungen und zweifelhafte Herkunft zwischenzeitlich an gutem Ruf eingebüßt, zählt es nun wieder zu den attraktivsten Fensterhölzern.


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Seit über 30 Jahren spielt Meranti-Holz aus den asiatischen Tropenwäldern eine wichtige Rolle für den europäischen Fenstermarkt. Hatte das hauptsächlich verwendete Sortiment Red Meranti durch Qualitätsschwankungen und zweifelhafte Herkunft zwischenzeitlich an gutem Ruf eingebüßt, zählt es nun wieder zu den attraktivsten Fensterhölzern. Die zertifizierte Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft und eine sorgfältige Sortierung des Schnittholzes haben maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen. Mit einer hohen Dimensionsstabilität und der Unempfindlichkeit gegenüber organischen Holzzerstörern verfügt die Holzart über alle notwendigen Voraussetzungen.

Erscheinungsbild

Im Bestand sind die Bäume des Meranti eine beeindruckende Erscheinung: Sie können Höhen von bis zu 50 Metern und Durchmesser um 1,5 Meter erreichen. Die Tatsache, dass die Bäume oft über die Hälfte der Schaftlänge astfrei sind, sorgt für eine besonders gute Nutzbarkeit des Materials. Dazu trägt auch der meist gerade und zylindrische Wuchs bei. Der bei anderen Tropenhölzern verbreitete Holzfehler Wechseldrehwuchs findet sich bei Meranti nur selten.

Der Begriff Meranti umfasst zahlreiche in Südasien beheimatete Holzarten, deren Eigenschaften sich teilweise stark unterscheiden. Doch eines haben alle Meranti-Holzarten gemeinsam: Die Färbung des Holzes gibt Aufschluss über dessen technische und biologische Qualitäten. Neben dem roten Meranti gibt es noch zwei weitere Handelssortimente, nämlich gelbes und weißes Meranti. Weil beide dem roten Meranti bei anspruchsvollen Anwendungen nicht den Rang ablaufen können, steht rotes Meranti im Mittelpunkt dieses Beitrages. Die zugehörigen Hölzer weisen allesamt eine blassrote bis rotbraune Färbung auf.

Die blassere Färbung des Splintholzes erlaubt die Abtrennung vom dunkleren Kernholz. Im Querschnitt ergibt sich durch den gleichmäßigen Faserverlauf der Holzart eine sehr ruhige Struktur mit geschlossener Oberfläche. Unregelmäßig angeordnete Harzkanäle, die die Längsflächen durchziehen, beleben die Optik. Das auskristallisierte Harz sorgt je nach Ausprägung für schwache Linien oder helle Fladern. Am Licht dunkelt das Holz nur schwach nach.

Technische Eigenschaften

Bei der Beschreibung der technischen und biologischen Eigenschaften von Merantiholz ist die Rohdichte die entscheidende Unbekannte. Zusammen mit der Dichte des Holzes nehmen die Widerstandskraft gegenüber Pilzbefall, die Biegefestigkeit und die Auszugskräfte für Verbindungselemente deutlich ab. Je dunkler das Holz ist, desto höher fällt seine Rohdichte aus.

Wegen des ausgewogenen Verhältnisses zwischen Rohstoffkosten und technischen Eigenschaften des Holzes ist Meranti eine interessante Option für die Außengestaltung.

Im Allgemeinen besitzt die Holzart Meranti jedoch ein gutes Stehvermögen und eine ausreichende Resistenz gegen den Befall von Holzzerstörern. Auf Änderungen des Umgebungsklimas reagieren Bauteile aus Meranti also mit geringen Änderungen von Form und Maßen. Was die Dauerhaftigkeit angeht, liegt Meranti in etwa gleichauf mit der Douglasie. Von den heimischen Holzarten muss sich Meranti in Sachen Haltbarkeit im Außeneinsatz lediglich dem Eichenholz geschlagen geben.

Verwendung

Gemessen an Menge und Wert nimmt die Holzart Meranti einen bedeutenden Anteil des Importvolumens von geschnittenem Laubholz in Europa ein. Zu den Endkunden gelangt Meranti vor allem in Form von Halbfertig- oder Fertigwaren. Als Beispiel für fertige Produkte sind vor allem Gartenmöbel zu nennen, die sich in nahezu jedem Heimwerker- und Gartenmarkt finden lassen. Der Fachhandel bietet außerdem Terrassendielen und Balkonbretter aus Meranti in den gängigen Dimensionen. Wegen des ausgewogenen Verhältnisses zwischen Rohstoffkosten und technischen Eigenschaften des Holzes ist Meranti eine interessante Option für die Außengestaltung. Seltener findet Meranti Verwendung im Treppenbau. Wird Meranti für die Möbelproduktion eingesetzt, dann dient es dort vor allem als Blindfurnier an den Innenflächen. Einfachere Holzqualitäten finden bei der Herstellung von Sperrholzplatten Verwendung, wie sie für Schalungen oder den Bau von Waggons und Containern gebraucht werden. Der gleichmäßige Faserverlauf, die nicht zu hohe Härte und die gerade Wuchsform erlauben eine besonders wirtschaftliche Furnierherstellung.

Die zweite wichtige Verwendung der Holzart erfordert eine spezielle Handelsform: Fensterhersteller importieren Meranti häufig in Form von verleimten Rohkanteln. Diese in der Regel aus drei Schichten bestehenden Leimhölzer weisen gegenüber dem ohnehin dimensionsstabilen Meranti nochmals verbesserte Eigenschaften auf.

Seit über 30 Jahren spielt Meranti-Holz aus den asiatischen Tropenwäldern eine wichtige Rolle für den europäischen Fenstermarkt.
Die Anbieter achten auf eine gewissenhafte Sortierung des Holzes mit Rohdichten um 450 kg/ m3. Oberhalb dieses Grenzwertes kann rotes Meranti auch ohne chemischen Holzschutz dauerhaft im Außeneinsatz bestehen. Dieser Qualitätsanspruch hat seine Vorteile: Gut sortiertes Meranti kann der Fensterbauer mit geringem Aufwand zu technisch wie optisch beeindruckenden Holzfenstern weiterverarbeiten. Stammt das Holz aus zertifizierter, nachhaltiger Forstwirtschaft, dann handelt es sich bei den fertigen Fenstern um eine rundum nachhaltige Lösung. Denn solche Fenster sparen nicht nur wegen ihrer guten Dämmeigenschaften während der Nutzungsphase wertvolle Energie. Auch die beeindruckende Lebensdauer der Holzfenster und die effiziente Produktion schonen wertvolle Ressourcen. Für den Bau von Holzfenstern ist Meranti durch seine attraktiven Eigenschaften eine interessante Alternative zu heimischen Hölzern wie Kiefer, Lärche oder Eiche.

Verarbeitung

Zu den wichtigsten Exportländern von Merantiholz zählen Indonesien, die Philippinen und Malaysia. Da das Holz im frischen Zustand von Wurmbefall gefährdet ist, muss es nach dem Einschlag möglichst schnell weiterverarbeitet werden. Ist es noch grün, dann lässt sich das Holz problemlos sägen. Weder bei der natürlichen noch bei der technischen Trocknung von Meranti ist mit Schwierigkeiten zu rechnen. Lediglich auf einen zu schnellen Ablauf der Holztrocknung reagiert Meranti mit Verformungen und Rissbildung.

Wie gut sich Meranti bearbeiten lässt, hängt vor allem von der Rohdichte ab. Im Allgemeinen sorgen der gleichmäßige Faserverlauf und die mittlere Härte aber für problemlose Bearbeitung.

Im trockenen Zustand enthält Meranti Siliciumdioxid, einen Stoff, der einen erhöhten Werkzeugverschleiß verursacht. Der Standzeit deiner Werkzeuge zu Liebe solltest du daher darauf achten, Bohrer, Fräser und Sägeblätter mit Hartmetall-Bestückung zu verwenden. Wie gut sich Meranti bearbeiten lässt, hängt vor allem von der Rohdichte ab. Im Allgemeinen sorgen der gleichmäßige Faserverlauf und die mittlere Härte aber für problemlose Bearbeitung. Stücke mit Wechseldrehwuchs solltest du besonders vorsichtig hobeln, um Ausbrüche in der Oberfläche zu vermeiden. Bei Meranti hast du zudem die freie Wahl zwischen allen gängigen Holzverbindungen: Gezapfte Verbindungen halten ebenso gut wie Nägel und Schrauben. Hier entscheiden lediglich dein handwerklicher Anspruch und die Ausstattung deiner Werkstatt. Alle Verbindungen kannst du mit Leim zusätzlich sichern.

Oberflächenbehandlung und Pflege

Meranti ist ein gutes Trägermaterial für Anstriche aller Art. Auch beim Beizen und Lackieren sind keinerlei Probleme zu erwarten. Wünschst du dir eine glatte Oberfläche, solltest du darauf achten, die Poren des Holzes vor dem Lackieren zu füllen. Die für Meranti typischen Harzkanäle beeinträchtigen die Oberflächenbehandlung nicht. Selbst bei Fenstern aus Meranti, die direkter Bewitterung ausgesetzt sind, ist nicht mit Harzaustritt zu rechnen. Auch was die Oberflächenbehandlung angeht, bringt Meranti also alles mit, was ein hochwertiges Fensterholz ausmacht: Denn ein regelmäßig erneuerter Schutzanstrich ist die beste Garantie für die hohe technische und optische Qualität von Holzfenstern.


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