Der Werkstoff Holz

Holzart Lärche – haltbar im Außenbereich

Die Lärche ist die einzige heimische Nadelbaumart, die im Winter ihre Nadeln abwirft. Wir widmen uns den wichtigsten Fragen von Hobby-Handwerkern und Bauherren und geben Informationen zu Aussehen und technischen Eigenschaften der Holzart.


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Manchem ist die Lärche noch aus dem Biologieunterricht im Gedächtnis geblieben. Sie ist nämlich die einzige heimische Nadelbaumart, die im Winter ihre Nadeln abwirft. Für die Holzwirtschaft spielte die Holzart bis zur verstärkten Tropenholzdiskussion jedoch nur eine kleine Rolle. Vor allem für den Garten- und Landschaftsbau hat die Bedeutung der Lärche zuletzt deutlich zugenommen. Wegen des geringen Vorkommens in den hiesigen Wäldern erfordert die Deckung des Bedarfs mittlerweile Importe aus Osteuropa.
Wir widmen uns den wichtigsten Fragen von Hobby-Handwerkern und Bauherren und geben Informationen zu Aussehen und technischen Eigenschaften der Holzart. Egal ob du selbst Hand anlegen willst, oder als Vorbereitung für das Gespräch mit den Handwerkern: Die optimale Verarbeitung des Holzes und empfehlenswerte Maßnahmen zur Oberflächenbehandlung dürfen nicht fehlen.

Erscheinungsbild

Besonders im Herbst hebt sich die Lärche optisch von den anderen Nadelbäumen ab. Denn ihre Nadeln verfärben sich knallgelb, bevor sie abfallen.

Wegen des geringen Vorkommens der Holzart Lärche in den hiesigen Wäldern erfordert die Deckung des Bedarfs mittlerweile Importe aus Osteuropa.
Das ganze Jahr über kannst du den meist langen und geraden Stamm als Erkennungszeichen nutzen. Die Lärche wird bis zu 50 m hoch, wobei der besonders wertvolle Teil, nämlich der astfreie Schaft, meist nicht mehr als 15 m misst.
Ein schmaler und blass rötlicher Splint umgibt als schmaler Ring das deutlich intensiver gefärbte Kernholz. Im Querschnitt zeigt sich außerdem der starke Kontrast zwischen dem hellen Frühholz und dem dunklen Spätholz. Die Zonen gehen nicht sanft ineinander über, sondern sind deutlich abgegrenzt. Auf den Längsflächen zeigt sich der geradfaserige Wuchs des Baumes, der zur dekorativen Optik beiträgt. Das Holz ist porenlos und daher besonders glatt. Kleine und sehr harte Äste, sogenannte Nageläste, zählen wie beim Ahorn auch hier zu den typischen Merkmalen. Das frisch geschnittene Holz hat einen leicht harzigen Geruch.

Technische Eigenschaften

Das Holz der Lärche ist das schwerste und härteste unter den einheimischen Nadelhölzern. Das Gewicht ist jedoch stark standortabhängig. Erkennen kannst du besonders schwere Qualitäten an Jahrringbreiten zwischen 1 und 2 mm. Hier ist der Anteil an hartem Spätholz am größten. Das Holz weist besonders vorteilhafte Elastizitäts- und Festigkeitswerte auf.
Auch ein Blick auf die chemische Zusammensetzung kann sich für dich lohnen. Denn das Holz enthält wasserlösliche Stoffe, die zusammen mit Feuchtigkeit und Eisenmetallen zur Reaktion kommen. In der Folge können die Befestigungsmittel leicht korrodieren. Auf Dauer sind es jedoch eher die grauen bis blauschwarzen Verfärbungen im Holz, die die optische Beschaffenheit beeinträchtigen.
In Sachen Dauerhaftigkeit muss zwischen der europäischen und der sibirischen Lärche unterschieden werden. Der importierten Lärche solltest du bei Verwendungen im Außenbereich in der Regel den Vorzug geben. Hervorzuheben ist aber die generell hohe Pilzresistenz des Holzes. Aber auch so ist die Lärche in Sachen Haltbarkeit allen anderen heimischen Nadelhölzern einen deutlichen Schritt voraus. Vor allem ihre gute Haltbarkeit unter der Einwirkung von Wasser ist ein großer Vorteil. Die gute Resistenz gegenüber Chemikalien hat der Lärche zum verbreiteten Einsatz beim Bau von Flüssigkeitsbehältern verholfen.

Verwendung

Der häufig vorliegende Drehwuchs äußert sich in Verwerfungen und einem verstärkten Arbeiten des Holzes, der die Eignung für den Einsatz bei tragenden Konstruktionen einschränkt. Davon abgesehen ist die Lärche eine für viele Konstruktionsanwendungen geeignete Holzart. In der Innenanwendung ist die Lärche beinahe in allen sichtbaren Bereichen präsent. Material für Fußböden, Möbel, Vertäfelungen und Innentüren ist in zahlreichen Ausführungen und Bearbeitungsstufen gut erhältlich.

Die Lärche ist seit jeher eine der bevorzugten Holzarten für die Herstellung von Schindeln.

Im Außenbereich findet die Lärche als Vollholz im Garten- und Landschaftsbau Verwendung. Auf verleimte Kanteln wird dagegen beim Bau von Fenster- und Türrahmen zurückgegriffen. Dass Lärchenholz dauerhaft unter herausfordernden Bedingungen bestehen kann, zeigt ein Blick in die Baugeschichte. Denn Lärche ist seit jeher eine der bevorzugten Holzarten für die Herstellung von Schindeln. Wer eine stimmige traditionelle Optik erreichen will, der kombiniert Schindeln als Verkleidung von Dach und Wänden mit Fensterrahmen aus Lärchenholz. Unbehandelt bildet das Holz eine silbergraue Patina aus. Manche Bauherren behandeln das Holz absichtlich nicht, weil sie diese vergraute Optik erreichen möchten. Mittels moderner Beschichtungstechnik sind jedoch auch alle anderen kontrastierenden Farben und Oberflächeneffekte zu erzielen. Besonders geeignet für den Fensterbau sind langsam gewachsene Lärchen, wie man sie in den Alpen findet. Der feinjährige Aufbau macht das Holz ausgesprochen hart. Dieses Holz setzt der Belastung durch Niederschläge, Strahlung und Temperaturschwankungen einen besonderen Widerstand entgegen. Auch aus gestalterischer Perspektive sind Lärchenholzfenster eine interessante Alternative: Sie vermitteln im Innenraum einen rustikalen und gleichzeitig hochwertigen Eindruck.

Die Holzausbeute bei der Lärche kann durch ausgeprägte Abholzigkeit eingeschränkt werden. Liegt Drehwuchs nicht oder in schwacher Form vor, dann ist das Stehvermögen der Lärche nach der Trocknung befriedigend bis gut. Beziehst du Schnittholz vom Sägewerk und trocknest es selbst, dann kannst du dich über die vergleichsweise kurze Trocknungszeit freuen. Allerdings solltest du dich auf Rissbildungen und Verformungen einstellen. Diese entstehen, wenn sich während der Trocknung die inneren Spannungen im Holz lösen.
Im trockenen Zustand lässt sich die Lärche trotz ihrer vergleichsweise hohen Härte gut bearbeiten. Die einzige Bedingung dafür ist, dass vorhandene Äste in Größe und Anzahl nicht zu stark ausgeprägt sind. Willst du Nägel und Schrauben größerer Durchmesser als Verbindungselemente nutzen, dann empfehlen wir die Löcher vorzubohren. Ähnlich wie bei der Kiefer stellt der hohe Harzgehalt das größte Problem bei der Bearbeitung dar. Das sonst sauber zu hobelnde und profilierende Holz neigt dazu, die Werkzeuge zu verkleben.

Oberflächenbehandlung und Pflege

Für die Konservierung des Holzes und um seine natürliche Struktur voll zur Geltung zu bringen, stehen dir alle Methoden der Oberflächenbehandlung zur Verfügung. Statt deckender Mittel sind dafür jedoch eher farblose und pigmentierte Lasuranstriche zu empfehlen. Vorhandene Harzstellen solltest du aber vorher unbedingt entfernen, denn sie schränken die Haftung ein. Öllacke und Polyester sind dabei am empfindlichsten und erfordern eine besonders gründliche Holzvorbereitung. Willst du kein Risiko eingehen, dann sind natürliche Mittel wie Öl und Wachs eine gute Alternative. Auch zum Beizen ist Lärche nicht die beste Wahl. Für den Außenbereich bieten sich Imprägnierlasuren an, die dem Ausbleichen entgegenwirken.


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