Der Werkstoff Holz

Wer Holz färben möchte, steht vor der Wahl: beizen, lasieren oder lackieren. Welche Färbemethode wann die richtige ist, erklären wir dir in diesem Artikel.


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Holz ist ein begehrter Baustoff – im Außenbereich für Zäune, Gartenmöbel und Terrassen sowie Innen für Schränke, Stühle und Kinderspielzeug. Damit es lange hält und auch gut zum Rest der Einrichtung passt, wird rohes Holz oft angestrichen oder lackiert. Dabei kann jede Holzart mit Farben verschönert werden. Bei harzreichen Nadelhölzern wie Kiefer, Fichte und Lärche sollte allerdings zuerst eine Grundierung aufgetragen werden, da das Harz sonst die Farbgebung der Lasur oder des Lacks beeinflussen könnte.

Wichtiges zur Farbwahl

Zum einen gibt es Holzfarben, die natürliche Farbstoffe beinhalten wie zum Beispiel Lebensmittelfarben oder Holzöle mit farblichen Pigmenten. Diese sind ökologischer als synthetische Farben, allerdings verblassen die Farben nach einiger Zeit durch Sonneneinstrahlung. Künstliche Farbstoffe behalten länger ihren intensiven Farbton.

Vor dem Färben ist es wichtig, das Holz vorzubehandeln. Rohes Holz sollte abgeschliffen werden, sodass eine glatte Oberfläche entsteht und keine Splitter hervorragen.

Je nachdem wo das Holzstück später stehen wird, sollte also zuerst nach Außen- oder Innenfarben geschaut werden.

Der erste Schritt zum Holzfärben: Vorbehandeln

Vor dem Färben ist es wichtig, das Holz vorzubehandeln. Rohes Holz sollte abgeschliffen werden, sodass eine glatte Oberfläche entsteht und keine Splitter hervorragen. Möchte man bereits gestrichenes Holz umfärben, muss zuvor die gesamte Oberfläche vom bisherigen Anstrich mit Hobel und Schleifpapier befreit werden. Um die Holzstruktur aufnahmefähiger zu machen, kann auch mit einem Schwamm lauwarmes Wasser aufgetragen werden. Nach dem Trocknen kann es dann mit dem Färben losgehen.

Wahl der Färbemethode:

1. Beizen

Holzbeizen ist ein chemischer Prozess, mit dem die Farbe des Holzes verändert wird. Die Maserung des Holzes wird dabei verstärkt. Die Farbstoffe im Holz sind danach auf natürliche Art vor Licht und Verkratzen geschützt. Eine genaue Erklärung zum Farbstoffbeizen findest du in unserem Artikel „Holz richtig behandeln“.

2. Holzöle und Holzlasuren

Öle sind zumeist reine Naturprodukte, die das Holz vor Schmutz und Feuchtigkeit schützen sollen und dabei die natürliche Maserung erhalten. Es gibt sie mit und ohne Farbpigmenten. Das Holz wird vorm Austrocknen geschützt und ergraut nicht.
Synthetisch hergestellt sind hingegen Lasuren, die wegen ihres UV-Schutzes gut für den Außenbereich geeignet sind. Weiteres Informationen über Holzöle und Holzlasuren haben wir dir im Artikel „Holz richtig behandeln“ zusammengestellt.

3. Lebensmittelfarben

Ökologisch und besonders natürlich sind Lebensmittelfarben für das Färben von Holz. Sie eignen sich besonders gut für helle Holzarten, da diese die Farbe leichter aufnehmen. Beim Anstrich muss darauf geachtet werden, dass die Farben gut vermischt sind und die Farbe gleichmäßig verteilt wird.

Das Schöne an Wasserfarben ist, dass sie nicht giftig sind und damit ideal zum Heimwerken mit Kindern eignen.
Oft sind mehrere Schichten notwendig. Es lässt sich auch direkt mit farbintensiven Lebensmitteln färben. Kaffee macht das Holz dunkler und Natron sorgt für den Verwitterungseffekt, wie genau das geht, erfährst du im Artikel „Neues Holz alt machen“.

4. Wasserfarben

Das Schöne an Wasserfarben ist, dass sie nicht giftig sind und damit ideal zum Heimwerken mit Kindern eignen. Die Farben sind sofort verwendbar und müssen nicht erst angerührt werden. Sie halten im getrockneten Zustand länger als Lebensmittelfarben, sind allerdings beim Auftragen leichter abwischbar. Da sie wasserlöslich sind, sollten sie nicht mit Feuchtigkeit in Kontakt kommen. Auch als Spielzeugfarbe ist sie ungeeignet, da sie sich durch Speichel ablöst.

5. Holzlack

Wer einen haltbaren und deckenden Farbanstrich möchte, sollte zum Holzlack greifen. Diesen gibt es in allen möglichen Farben, aber auch als transparenten Klarlack. Einige Sorten sind wasserbasierend und somit umweltschonender als die lösemittelhaltigen Kunsthartlacke, die sich durch eine hohe Belastbarkeit auszeichnen. Im Vergleich zu den bisherigen Färbemethoden sind Lacke am strapazierfähigsten. Sie versiegeln die Oberfläche komplett, die Maserung ist nicht mehr sichtbar, außer beim Klarlack. Allerdings ist auf Lackanstrichen jeder Kratzer sofort sichtbar und schwer auszubessern. Lack splittert zudem nach einiger Belastung.

Testanstrich:

Da viele Farben tief ins Holz einziehen, ist es schwer, den Färbeprozess rückgängig zu machen. Ist man bei der Farbwahl unsicher, sollte man zuerst einen Test mit einem kleineren Holzstück durchführen. Zu beachten ist außerdem, dass die Farbe im nassen Zustand dunkler aussieht, als im getrockneten. Ein Testanstrich gibt zudem auch mehr Sicherheit im Umgang mit der Farbe, denn ein gleichmäßiger Anstrich ist beim ersten Mal nicht so einfach.

Der Farbauftrag:

Ist der Farbtest gut verlaufen, kann es nun ans Eingemachte gehen. Die Farbe sollte nach Herstellerangaben vorbereitet und in Gefäße gefüllt werden, die nicht mit der Farbe reagieren können. Öle werden oft mit Schwämmchen aufgetragen, für alle anderen Holzfarben nimmt man breite Pinsel oder Farbrollen.

Beim Lackieren wird ein Vor-, Zwischen und Schlussanstrich empfohlen, damit die Farbe wirklich deckend und gleichmäßig verteilt ist.

Anfangs trägt man die Farbe an den Kanten, dann auf der ganzen Fläche gleichmäßig auf. Möglich ist es auch, das Holzstück komplett in den Farbeimer zu legen und ein paar Minuten einwirken zu lassen. Je länger es einwirkt, desto intensiver wird die Farbe. Wer einen Used/Shabby-Look erreichen will, erhält im Artikel „Neues Holz alt machen“ ein DIY-Rezept zum Beizen.

Der Erstanstrich sollte mehrere Stunden trocknen, am besten auf Wachspapier oder möglichst so gelagert, dass die Farbe nicht am Untergrund kleben bleiben kann. Ist die Farbe nicht deckend oder intensiv genug, können weitere Anstriche durchgeführt werden. Beim Lackieren wird ein Vor-, Zwischen und Schlussanstrich empfohlen, damit die Farbe wirklich deckend und gleichmäßig verteilt ist.

Das Finish:

Bei allen genannten Färbemethoden, außer beim Lackieren, ist die Holzoberfläche immer noch atmungsaktiv und wasserdurchlässig. Um eine möglichst lange Haltbarkeit zu erreichen, sollte am Ende immer eine Versiegelung mit Klarlack, Hartöl oder Wachs erfolgen.

Das Färben von Holz ist immer mit etwas Arbeit verbunden. Das Vorbehandeln des Holzes, die Wahl der Färbemethode, der Anstrich und die Versiegelung erscheinen auf den ersten Blick komplex, können aber mit ein bisschen Übung auch von Hobby-Heimwerkern umgesetzt werden. So kann jeder sein Heim und seinen Garten mit Holzelemente in der richtigen Farbe verschönern.


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Die Hubert-Redaktion besteht aus langjährigen Experten aus Bereichen wie Holzbau, Architektur und Fenster und Türen. Die Fachautoren teilen ihre Erfahrung, berichten über aktuelle Entwicklungen und liefern hilfreiche Tipps, Tricks und Ratschläge für deine (Bau-)Vorhaben.