Der Werkstoff Holz

Ein eigenes Baumhaus ist wohl der Traum eines jeden Kindes. In unserer Anleitung zeigen wir, wie sich ein Baumhaus ganz einfach selber bauen lässt und was es dabei zu beachten gilt.


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Freiheit, Abenteuer und ein ganz kleines Bisschen Nervenkitzel – gut geschützt im eigenen Garten: Ein Baumhaus macht’s möglich. Die Kids sind begeistert in ihrer Phantasiewelt in lichter Höhe unterwegs, während die Eltern sie von der Terrasse aus beruhigt im Blick haben.
Um dem eigenen Nachwuchs diesen Kindertraum zu erfüllen, braucht es nur ein wenig handwerkliches Geschick, das richtige Material – und natürlich einen stattlichen Baum. Wer ein Baumhaus selber bauen möchte, findet im Folgenden einige wertvolle Tipps und Anregungen.

Die wichtigste Grundlage: der passende Baum

Der Baum als Träger des Baumhauses sollte weder zu jung noch zu alt sein – und vor allem gesund. Das erkennst du unter anderem daran, dass er im Sommer rundum grün ist und keine kahlen Stellen aufweist. Auch die Struktur von Ästen und Stämmen verrät viel über den Zustand eines Baums. Faule Stellen, Wassertaschen, Spechthöhlen und Vertiefungen sind Hinweise auf Probleme in der Struktur.

Baumhäuser sollten nur auf Bäumen mit einem Mindestdurchmesser von 50 cm angebracht werden.

Auch gerissene Äste und Pilzbefall lassen den Kandidaten als Träger eines Baumhauses ausscheiden. Die Baumart ist bei der Auswahl eher nebensächlich. Vielmehr solltest du im zweiten Schritt darauf achten, dass gleichmäßig gewachsene Astgabeln und starke tragende Äste für das Baumhaus zur Verfügung stehen. Auch der Umfang des Stammes ist entscheidend: Baumhäuser sollten nur auf Bäumen mit einem Mindestdurchmesser von 50 cm angebracht werden. Wenn du dir bei der Bewertung unsicher bist: Experten vom Forstamt oder auch erfahrene Landschaftsgärtner geben sicher gern Auskunft zur Eignung der Bäume im heimischen Garten.

Das Baumaterial: Holzsorten und ihr Einsatz für ein Baumhaus

Um ein Baumhaus zu konstruieren, muss mindestens mit drei Komponenten geplant werden: einer stabilen Plattform, gut verankerten Wänden und einem schützenden Dach. Natürlich braucht das Baumhaus darüber hinaus einen sicheren Zugang, damit alle großen und kleinen Nutzer problemlos nach oben und wieder herunter gelangen. Für all diese Bestandteile lassen sich gängige Holzarten verwenden.
So sind für die tragende Plattform und die Seitenwände der luftigen Behausung Holzsorten wie Eiche, Lärche, Kiefer und sogar Fichte gut geeignet. Das Dach kann aus klassischen Dachlatten mit entsprechender Abdeckung gestaltet werden.

Baumhaus selber bauen: eine Anleitung

Bei dieser Anleitung gehen wir davon aus, dass ein kleines Baumhaus in einem ausreichend großen, gesunden Baum konstruiert werden soll. Als optimale Höhe für die Plattform gelten etwa drei Meter über dem Boden.

1. Vorbereitungen

Im ersten Schritt wird der Bau geplant. Dafür werden die Äste des Baumes in der gewünschten Höhe genau unter die Lupe genommen – die stärksten Äste werden als tragende Elemente in das Baumhaus integriert. Nun gilt es, sämtliche Holzleisten der zukünftigen Plattform penibel auszumessen.
Eine grobe Zeichnung mit allen Abmaßen hilft, den Überblick zu behalten. Da jeder Baum individuell ist, müssen auch die einzelnen Bestandteile individuell geplant und zugeschnitten werden.
Generell sollten die Erbauer eines Baumhauses Wert darauflegen, in den Stamm und die Äste möglichst wenige Nägel einzuschlagen, um den Baum so wenig wie möglich zu schädigen. Außerdem ist es wichtig, das künftige Wachstum des Baums zu berücksichtigen und das Baumhaus mit entsprechendem Abstand zum Stamm zu planen. Zur Orientierung dafür: Ein Baum wächst im Schnitt ca. 8 mm pro Jahr in die Breite.

2. Materialien und Werkzeug

Bevor es losgeht mit dem Bau des Kindheitstraums, sollten alle Materialien vor Ort sein. Dazu zählen neben den Holzbrettern für die Konstruktion der Plattform und der Seitenwände auch Dachlatten und Balken für das Dach, Kanthölzer für stabile Verbindungen und natürlich Nägel und Schrauben aus rostfreiem Edelstahl. Experten raten zudem, Gummipuffer zu verwenden, um den Baum an den Auflagestellen des Baumhauses vor Rindenabrieb zu schützen. Außerdem hilfreich: Teichfolie und kleine Plexiglasscheiben.

Auch das passende Werkzeug ist wichtig, damit der Baumhausbau ein Erfolg wird: Akkubohrer und -schrauber, Stichsäge, Hammer, Wasserwaage und Maßband.

3. Konstruktion

Die Errichtung des Baumhauses beginnt mit dem Anbringen und Verbinden der Holzbretter für die Plattform. Um sie sicher zusammenzuhalten, eignen sich V2A- oder V4A-Schrauben aus Edelstahl. Mit möglichst wenigen Nägeln werden die Bretter am Baum befestigt. Anschließend setzt man die Seitenwände auf, stabilisiert durch Kanthölzer und unterbrochen von kleinen Fenstern als Ausguck. Diese Fenster können mit Hilfe von Plexiglas gegen Wind und Regen geschützt werden. Ein einfaches Flachdach aus Holzbrettern oder eine ausgefeilte Dachkonstruktion mit leichter Schräge schützen das Baumhaus abschließend gegen Wind und Wetter. Fortgeschrittene Baumhaus-Konstrukteure setzen Teichfolie zur Abdichtung des Daches ein. Fehlt nur noch eine Treppe, Strickleiter oder ein Seil zum Hinaufklettern: Schon ist das kleine Baumhaus fertig.

Die richtige Pflege des Baumhauses

Um lange Spaß am Baumhaus zu haben, sollte das Holz mittels Holzlasur und Holzölen gut gepflegt werden. Dafür können Hausbesitzer dieselben Produkte verwenden, die sie beispielsweise auch zur Pflege ihrer Holzfenster von außen einsetzen. Wichtig ist, Holzpflegemittel mit hohem UV-Schutz-Faktor und hoher Witterungsbeständigkeit zu nutzen.

Fazit: Kinderträume im eigenen Garten erfüllen

Mit dem richtigen Material, Werkzeug und dem Wissen um die Auswahl des passenden Baums kann jeder Gartenbesitzer ein langlebiges, stabiles Baumhaus errichten. Geeignet sind dafür generell alle Holzsorten, die als Bauholz zum Einsatz kommen.


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