Der Werkstoff Holz

Ein Holzhäuschen lässt deinen Garten viel gemütlicher wirken als ein Fertiggartenhaus aus Metall, denn es fügt sich aufgrund des natürlichen Materials harmonisch in seine Umgebung ein. Wie du solch ein Gartenhaus selber bauen kannst, erfährst du hier.


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Wenn du ein Gartenhaus aus Holz selber bauen möchtest, solltest du dir zunächst überlegen, auf welche Weise du es nutzen möchtest. Seinen Innenraum kannst du möblieren, damit dir an heißen Sommertagen ein schattiges Plätzchen zur Verfügung steht. Ebenso gut eignet es sich als Arbeitszimmer, als Schlafgelegenheit für deine Gäste oder als zusätzliches Spielzimmer für deine Kinder. In all diesen Fällen wirkt es durch eine Veranda, Fensterbänke, auf die du Kästen mit Blumen stellst, und andere schöne Extras noch einladender. Gartenhäuser werden aber auch oft als Abstellmöglichkeit für Rasenmäher und andere Gartengeräte genutzt. Soll es diesem Zweck dienen, stattest du dein neues Gartenhaus am besten mit Regalen aus und befestigst Haken an den Wänden, an denen du Schaufeln, Besen und andere Werkzeuge aufhängen kannst. So herrscht Ordnung und du brauchst nicht lang nach dem benötigten Werkzeug zu suchen.

Das Gartenhaus aus Holz selber bauen oder einen Bausatz kaufen

Ist diese Frage geklärt, findest du in Baumärkten, Internetshops und Fachgeschäften, die sich auf Holzhäuser spezialisiert haben, viele Bausätze. Sie ermöglichen es selbst weniger geschickten Heimwerkern, ihr Gartenhaus aus Holz selber zu bauen, denn bei ihnen sind die einzelnen Teile so vorbereitet, dass sie sich leicht zusammenfügen lassen. Ist kein Modell nach deinem Geschmack dabei oder möchtest du dein Gartenhaus grundsätzlich lieber komplett selbst bauen, kannst du natürlich einfache Holzbalken, Bretter und Bohlen aus dem Baumarkt verwenden. Selbst das von Natur aus nicht witterungsbeständige Fichtenholz, das du in so gut wie jedem Baumarkt bekommst, ist für diesen Zweck gut geeignet, sofern du es mit einem guten Wetterschutz versiehst.

Gartenhäuser – besonders standsicher mit Betonfundament

Ein kleines Gartenhaus lässt sich durchaus auf einer gepflasterten Fläche aufstellen, sofern der Untergrund dicht und ausreichend tragfähig ist. Bei einem größeren Holzhaus ist jedoch ein Fundament aus Beton zu empfehlen. Es sollte nach seiner Fertigstellung einige Tage ruhen, damit die im Beton noch vorhandene Feuchtigkeit verdunsten kann. Aus dem Erdreich kann jedoch weiterhin Feuchtigkeit nach oben steigen. Damit sie dein Haus nicht beschädigt, verlegst du zwischen Holz und Fundament am besten Dachpappe. Sie ist eine gute Grundlage für den Rahmen, an dem du die aufrechten Kanthölzer für die vier Ecken befestigst. Es folgt die Aussteifung: Auf den vier Ecken liegt wiederum ein Rahmen, der für die nötige Stabilität sorgt und gleichzeitig als Aufnahme für das Dach dient. Ihn verstärkst du am besten durch Querstreben, damit das Dach auch größeren Lasten wie zum Beispiel reichlich Schnee standhält.

Aus Nut- und Federbrettern die Außenhülle und die Tür anfertigen

Sofern du dich für die Variante entschieden hast, dein Gartenhaus aus Holz selber zu bauen, sind Nut- und Federbretter für die äußere Hülle deines Häuschens ideal. Sie besitzen an einer Seite Nuten und an der anderen Seite Federn, sodass sie ineinander geschoben eine geschlossene Oberfläche ergeben. Mit ihnen ist die Außenhülle daher schnell fertig. Denke jedoch rechtzeitig an die Ausschnitte für die Fenster, falls dein Gartenhaus Fenster bekommen soll, und natürlich an die Tür. Auch die Tür kannst du aus Nut- und Federbrettern anfertigen. Diese befestigst du auf einem Rahmen, den du nach der Fertigstellung mit Scharnieren, einer Drückergarnitur und sofern dies erforderlich ist, mit einem Schloss bestückst.

Das Dach – am einfachsten in der Ausführung als Flachdach

Das Dach eines Gartenhauses kann wie das Dach eines Wohnhauses nach oben hin spitz zulaufen. Sehr viel leichter ist jedoch der Bau eines Flachdachs. Es sollte nicht ganz gerade, sondern leicht schräg sein, damit sich kein Regenwasser auf dem Dach sammelt.

Für einen guten Schutz des Holzes sorgst du durch eine Lasur. Sie zieht bis in die tieferen Schichten ein, daher ist lasiertes Holz von innen vor Feuchtigkeit, Schädlingen aller Art, den UV-Strahlen der Sonne und vielen anderen Witterungseinflüssen geschützt.

Solch eine Schräge lässt das Wasser idealerweise an der Rückseite des Hauses abfließen, damit der Boden vor der Tür nicht ständig nass ist. Du kannst aber auch eine Dachrinne anbringen und das Regenwasser durch ein Fallrohr nach unten leiten. Sie ermöglicht es dir gleichzeitig, das Regenwasser in einer Tonne aufzufangen und zum Gießen deiner Pflanzen zu nutzen.

Für einen guten Schutz des Dachs sorgen

Im nächsten Arbeitsschritt kannst du das Flachdach mit einfacher Dachpappe oder einer Dachfolie abdecken. Für die Befestigung von Dachpappe sind spezielle Nägel erhältlich. Soll dein Dach etwas schöner aussehen, findest du im Handel aber auch Trapezbleche in den unterschiedlichsten Farben, Bitumenschindeln, die aus dem gleichen Material wie Dachpappe bestehen, aber dekorativer sind, und Dachschindeln. Unabhängig von der Variante, für die du dich entscheidest, solltest du beachten, dass die Bahnen, Bleche beziehungsweise Schindeln sich überlappen müssen, damit kein Regenwasser durch die Zwischenräume dringt.

Zum Schluss das neue Gartenhaus streichen

Für einen guten Schutz des Holzes sorgst du durch eine Lasur. Sie zieht bis in die tieferen Schichten ein, daher ist lasiertes Holz von innen vor Feuchtigkeit, Schädlingen aller Art, den UV-Strahlen der Sonne und vielen anderen Witterungseinflüssen geschützt. Eine Lasur bietet allerdings keinen zeitlich unbegrenzten Schutz. Damit du möglichst lange Freude an deinem selbst gebauten Gartenhaus hast, solltest du es deshalb regelmäßig mit einem neuen Anstrich versehen. Eine andere Möglichkeit, dein Holzhaus zu verschönern, ist ein Lack für den Außenbereich. Mit ihm streichst du dein Gartenhaus in jedem beliebigen Farbton und bringst so ein wenig Farbe in den Garten. In einer Farbe wie Rot oder Blau ist ein Holzhaus ein echter Blickfang, das deinen Gästen sofort ins Auge fällt. Weitere Ideen, wie du Holzoberflächen optisch attraktiv gestaltest und gleichzeitig schützt, findest du in unserem Artikel „Holz richtig behandeln“.

Ein Gartenhaus selber zu bauen, ist nicht sonderlich schwer. Ausreichend Zeit solltest du allerdings selbst bei den Bausätzen aus den Bau- und Fachmärkten einplanen. Auch bei ihnen brauchst du sicherlich ein bis zwei Tage, bis das Haus fertig ist. Da in der Regel kein Grund zur Eile besteht, kannst du dieses Projekt jedoch ganz in Ruhe in Angriff nehmen. Bring dir beim Einkauf der Materialien am besten eine große Plane mit, falls es während der Montage zu regnen beginnt. Solltest du sie nicht brauchen, kannst du sie sicherlich für andere Zwecke wie zum Beispiel Malerarbeiten verwenden.


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Die Hubert-Redaktion besteht aus langjährigen Experten aus Bereichen wie Holzbau, Architektur und Fenster und Türen. Die Fachautoren teilen ihre Erfahrung, berichten über aktuelle Entwicklungen und liefern hilfreiche Tipps, Tricks und Ratschläge für deine (Bau-)Vorhaben.