Der Werkstoff Holz

Bei Holz ist die richtige Lagerung von großer Bedeutung. Warum dies so ist und wie du für optimale Bedingungen sorgst, erfährst du in diesem Artikel.


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Holz, das du zu schönen Möbeln, einem Gartenhäuschen und anderem verarbeiten möchtest, sollte stets nur eine gewisse Menge Wasser enthalten. Dieser Wert wird als Holzfeuchte bezeichnet und spielt selbst bei Brennholz eine wichtige Rolle. Mit der Holzfeuchte haben wir uns bereits ausgiebig in unserem Ratgeber „Die Holzfeuchte bestimmen und optimieren – so geht’s“ befasst.

Ein weiterer Grund, warum du ein wenig Zeit in eine optimale Holzlagerung investieren solltest, ist die Tatsache, dass Bretter und Bohlen leicht schief werden. Wenn du sie einfach in einer Ecke übereinander legst, kannst du später viele nicht mehr gebrauchen. Durch eine gute Lagerung sparst du daher Geld und vermeidest den Ärger über krummes Holz, das sich kaum bearbeiten lässt.

Brennholz richtig lagern

Auch mit der optimalen Brennholzlagerung haben wir uns im Ratgeber über Holzfeuchte bereits befasst. Für diesen Zweck findest du im Handel aber auch praktische Regale und Unterstände, die du nur noch zusammenbauen und aufstellen musst.

Der wichtigste Teil bei der Holzlagerung ist das Dach, das die Holzscheite vor Regen und anderen Niederschlägen schützt.

Diese Regale eignen sich für Brennholz, das du bereits gehackt oder fertig gehackt gekauft hast. Sie sind so konstruiert, dass sie genügend Luft an das Holz lassen und besitzen zum Beispiel gitterförmige Seitenteile. Der wichtigste Teil ist jedoch das Dach, das die Holzscheite vor Regen und anderen Niederschlägen schützt. Für kleinere Mengen Kaminholz gibt es außerdem sogenannte Big-Bags. Sie werden meist aus einem robusten Netzgewebe hergestellt und besitzen häufig Schlaufen. Du kannst sie daher leicht aufhängen, damit das Holz von allen Seiten belüftet wird.

Bretter und Bohlen zu einem Holzstapel aufschichten

Möchtest du Bretter oder Bohlen trocknen, legst du am besten einen Holzstapel an. Ein paar alte Pflastersteine, dicke Kanthölzer oder Paletten, die eine Gesamthöhe von etwa 50 Zentimetern haben sollten, sorgen für einen ausreichenden Abstand zum Boden. Diese legst du idealerweise auf eine Plane, damit die Feuchtigkeit aus dem Erdreich nicht in das Holz ziehen kann. Auch andere Materialien, durch die kein Wasser dringt, sind für diesen Zweck gut geeignet. Bei der Anlage des Unterbaus ist es außerdem wichtig, auf die nötige Stabilität und Kippsicherheit zu achten, damit der Holzstapel später nicht umfällt.

Möchtest du Bretter oder Bohlen trocknen, legst du am besten einen Holzstapel an.
Am besten baust du ihn daher auf einer betonierten oder gepflasterten Fläche auf. Sie gibt, anders als ein Erdboden, nicht in einzelnen Bereichen nach, sodass dein Stapel dauerhaft sicher steht. Die Pflastersteine, Kanthölzer beziehungsweise Paletten dienen als Auflage für die erste Lage Bretter. Auf sie legst du in Querrichtung einige Kanthölzer, durch die der Abstand zur zweiten Lage gewährleistet ist. Achte hierbei darauf, dass die Kanthölzer einer Reihe stets die gleiche Höhe haben, damit die Bretter beziehungsweise Bohlen waagerecht liegen. So fährst du immer weiter fort, bis sämtliches Holz gestapelt ist. Höher als drei Meter sollte der Stapel allerdings nicht werden. Ein Dach schützt das Holz vor Regen, Schnee und anderen Niederschlägen. Sollte sich am geplanten Standort keines befinden, kannst du aber auch die obersten Bretter mit einer Folie oder Ähnlichem abdecken.

Beim Anlegen eines Holzstapels ist es wichtig, zu wissen, dass die in den Brettern enthaltene Feuchtigkeit vor allem über die Schnittkanten an den beiden Enden entweicht. An der linken und rechten Seite deines Stapels sollte deshalb ein wenig Platz bleiben, damit genügend Luft an die Schnittkanten dringen kann. An den Hirnenden entstehen allerdings auch leicht Trockenrisse. Wenn du dies verhindern möchtest, streichst du sie mit etwas flüssigem Wachs. Dadurch trocknen die Bretter zwar langsamer, können jedoch komplett genutzt werden.
Wissenswert ist außerdem, dass die Rinde für die Feuchtigkeit ein Hindernis darstellt. Sie bewahrt den Stamm eines lebendigen Baumes vor dem Austrocknen und verzögert daher auch bei geschlagenem Holz den Trockenprozess. Wenn dein Holz möglichst schnell trocknen soll, entfernst du daher am besten die Rinde.

Vorräte für Holzprojekte in einem Stapel lagern

Wenn du Bretter in einem Schuppen lagern möchtest, stellst du sie am besten fast senkrecht an eine Wand. Dadurch behalten sie ihre ursprüngliche Form weitestgehend. Als Unterlage eignen sich zwei Kanthölzer, die du quer zu den Brettern auf den Boden legst. Auf ihnen kannst du jeweils mehrere Bretter abstellen.


Auch Bretter und Bohlen, die du nicht zu Feuerholz verarbeiten, sondern für deine Projekte nutzen möchtest, kannst du in einem Stapel lagern. In diesem Fall solltest du jedoch darauf achten, dass der Abstand zwischen den Kanthölzern oder Pflastersteinen für den Unterbau und den Abstandsleisten zwischen den einzelnen Lagen möglichst gering ist. Bei dünnen Brettern sollte er nur etwa 60 Zentimeter betragen, damit das Holz nicht durchhängt und schief wird. Eine Holzlagerung im Freien ist allerdings nur für die robusten Holzarten zu empfehlen. Empfindliche Hölzer trocknest und lagerst du besser in einem rundum geschlossenen Gebäude wie einem Schuppen. Hierzu gehören zum Beispiel:

  • Ahorn
  • Eiche
  • Esche und
  • Linde

Bei der Holzlagerung im Garten auf die Vorschriften achten

Planst du deine Hölzer im Freien aufzubewahren, solltest du übrigens einen Blick in die Bauordnung deines Bundeslandes werfen oder beim Bauamt deiner Gemeinde nachfragen. Ein Holzstapel ist in der Regel nur bis zu einer gewissen Größe genehmigungsfrei. Darüber hinaus gelten für den Außenbereich, also für Grundstücke außerhalb der Ortschaften, oft besondere Vorschriften. Allgemeine Angaben zur Holzlagerung im Freien können wir nicht machen, denn dies ist von Ort zu Ort unterschiedlich geregelt.

Mit einer optimalen Holzlagerung sorgst du dafür, dass sich das Holz für deine Projekte weiterhin gut bearbeiten lässt. Schon die Aufbewahrung hat daher einen Einfluss auf das Endergebnis und hilft dir dabei, deine Ideen für schöne Produkte aus Holz zu realisieren. Ebenso wichtig ist sie aber auch bei Kaminholz, denn mit einer hohen Brennholzfeuchtigkeit kannst du sogar deinen Kamin beschädigen. Nicht zuletzt hat feuchtes Kaminholz aber auch schlechtere Brennwerte als trockenes. Dies hat zur Folge, dass du viel mehr Holz verbrauchst und die Heizkosten dadurch unnötig in die Höhe treibst. Es lohnt sich daher, sich ein wenig mit der perfekten Lagerung von Holz zu beschäftigen.


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