Der Werkstoff Holz

Eine Holzterrasse bringt das Wohnzimmer in den Garten und garantiert entspannte Stunden im Freien. Das warme Naturmaterial Holz sorgt dabei nicht nur für eine gemütliche Atmosphäre, sondern bietet auch einen angenehmen Untergrund zum Barfußlaufen. Erfahre hier, wie du deine eigene Holzterrasse baust und was es bei der Planung zu beachten gilt.


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Die natürliche Struktur und die warme Farbe des Holzes eignen sich hervorragend, um einen gemütlichen Aufenthaltsbereich im Garten zu schaffen und somit das Wohnzimmer nach draußen zu vergrößern. Mehrstufige Decks mit Pflanz- oder Poolbereichen sind dabei genauso möglich, wie ein schlichter rechteckiger Sitzbereich vor dem Wohnzimmer. Mit etwas handwerklichem Können gelingt es Hobbyhandwerkern dabei, die eigenen Vorstellungen an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen und wunderbare Freiräume für die ganze Familie zu schaffen. Um möglichst lange Freude an der selbstgebauten Terrasse zu haben, haben wir hier neben Hinweisen zur Planung und Auswahl der Holzdielen auch eine konkrete Anleitung sowie Pflegehinweise für die Holzterrasse zusammengestellt.

Einige Gedanken vor dem Bau der Holzterrasse

Wer eine Holzterrasse bauen will, sollte sich zunächst über die Lage, Größe und Form der Terrasse im Klaren sein. Sinnvoll ist es, die Terrasse direkt vor das Wohnzimmer zu positionieren und den Zugang durch eine Balkon- oder Terrassentür zu erleichtern. Gleichzeitig sollte die Terrasse einen schönen Blick besitzen und möglichst nach Süden oder Westen ausgerichtet sein. So kannst du die Sonnenuntergänge genießen. Wer seine Holzterrasse überdacht, kann zudem die Momente, die er im Freien verbringen kann, verlängern und schützt gleichzeitig das Holz vor Wettereinflüssen.

Ein weiterer wesentlicher Punkt, der durchdacht werden sollte, ist die Wahl der Holzdielen. Bei der Auswahl des Holzes gibt es kein Richtig oder Falsch. Beachten sollte man allerdings, dass beispielsweise Fichten- und Kiefernbretter im Außenbereich weniger dauerhaft sind. Dafür lassen sie sich einfach bearbeiten und schnell ersetzen. Widerstandsfähiger und ebenfalls aus europäischer Forstwirtschaft erhältlich ist die Douglasie, die wie die Lärche als mäßig dauerhaft gilt und gern für Terrassen eingesetzt wird.
Mit den robusten, aber sehr teuren Tropenhölzern wie Bangkirai kann es dagegen nur die Robinie aufnehmen. Sie gilt auch im Außenbereich als sehr dauerhaft, ist aber nur schwer erhältlich. Gleichzeitig stammt sie aus europäischer Forstwirtschaft, sodass man keine Bedenken bezüglich der Abholzung von Tropenholz haben muss.

Anleitung zum Bauen einer Holzterrasse

Schritt 1: Der Unterbau

Beim Bauen mit Holz ist konstruktiver Holzschutz eine der wichtigsten Maßnahmen, die du beachten solltest. Unter konstruktiven Holzschutz versteht man, dass die Bretter nicht über längere Zeit großer Feuchtigkeit ausgesetzt sind, sondern von allen Seiten gut belüftet werden und damit schnell abtrocknen. Die Holzterrasse darf daher nicht direkt auf den Erdboden gebaut werden und muss durch eine gut geplante und ausgeführte Unterkonstruktion ausreichend belüftet sein.
Dazu gibt es zwei Möglichkeiten für die Holzterrasse:

Anleitung Variante 1: Das ebenerdige Deck

Wer seine Holzterrasse ebenerdig bauen möchte, sollte dazu die folgende mehrschichtige Unterkonstruktion errichten:
– Sandbett
– Wurzelvlies
– Betonplatten
– Traghölzer mit Auflagepads aus Kunststoff

Anleitung Variante 2: Die erhöhte Holzterrasse

Bei dieser Variante liegen die Holzbalken, auf denen die Terrassendielen montiert werden, auf einem erhöhten Unterbau. Dies hat den Vorteil, dass unebenes Gelände nicht komplett ausgeglichen werden muss, sondern durch die Fundamente eine erhöhte Fläche geschaffen wird, die zugleich optimal belüftet wird.
Um die Fundamente frostsicher zu bauen, werden 80 Zentimeter tiefe Gräben ausgehoben und eine 40 Zentimeter dicke Kiesschicht eingefüllt. Anschließend wird das Fundament gegossen, welches mithilfe einer Schalung auf die gewünschte Höhe angepasst wird. Ähnlich wie bei der ebenerdigen Terrassenvariante empfiehlt es sich auch hier, die Traghölzer mit Auflagepads zu montieren, um die Haltbarkeit des Holzes zu verlängern.

Schritt 2: Die Montage der Terrassendielen

Nachdem die Unterkonstruktion sorgfältig ausgeführt wurde, werden die Terrassendielen quer auf die Balkenunterkonstruktion verschraubt. Da das Holz arbeitet und sich durch die Aufnahme von Feuchtigkeit ausdehnt, muss bei der Verlegung der Terrassendielen unbedingt ein Abstand von ca. 4 bis 6 mm beachtet werden.

Tipp: Während du bei der Untergrundkonstruktion mit der Wasserwaage eine gleichmäßige Ausrichtung sicherstellen musst, solltest du bei der Verschraubung der Terrassendielen auf einen regelmäßigen Abstand und ein sauberes Schraubbild achten.

Die Holzterrasse richtig pflegen

Wer seine Holzterrasse fachmännisch gebaut und resistente Harthölzer gewählt hat, muss mit keinem größeren Wartungsaufwand rechnen. Der Pflegeaufwand beschränkt sich hauptsächlich auf ein ästhetisches Problem, denn jedes Holz vergraut irgendwann. Durch eine regelmäßige Ölung kann diesen Prozess, der durch das UV-Licht der Sonne hervorgerufen wird, allerdings verlangsamt werden. Wer mit dem Grauschimmer natürlicher Holzpatina leben kann, erspart sich den bestenfalls zweimal im Jahr aufgetragenen Holzschutz.

Fazit: Eine gemütliche Holzterrasse kannst du leicht selbst bauen. Damit sie lange hält, solltest du allerdings die Tipps aus unserer Anleitung beachten. Mit dem richtigen Öl erhältst du zudem die natürliche Farbe des Holzes.


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Die Hubert-Redaktion besteht aus langjährigen Experten aus Bereichen wie Holzbau, Architektur und Fenster und Türen. Die Fachautoren teilen ihre Erfahrung, berichten über aktuelle Entwicklungen und liefern hilfreiche Tipps, Tricks und Ratschläge für deine (Bau-)Vorhaben.