Allgemein

Der Wald ist nicht nur ein Rohstofflieferant für Holz. Er kann viel Gutes tun für unsere körperliche und seelische Gesundheit. Wenn wir - wie beim Waldbaden - in ihn eintauchen.




In der momentanen Situation vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sind wir zum Entschleunigen verdammt. Büroalltag? Überwiegend verlagert ins Homeoffice mit, naja, mittelmäßiger Produktivität. Urlaubsreisen? Es lockt nur Balkonien. Einkaufen? Möglichst selten, nur das Nötigste, lieber kurz und schmerzlos. Soziale Kontakte? Auf Eis ge- oder in den digitalen Raum verlegt. Das sind wir als Teil einer Gesellschaft, die über Jahrzehnte hinweg nur den Vorwärtsgang kannte, nicht gewohnt.

Zudem ist es eine erzwungene Entschleunigung, die nicht etwa in einem Yoga-Retreat oder einem Wellnesshotel stattfindet, sondern überwiegend in den eigenen vier Wänden. Die können einem schnell gefährlich nahrücken. Alleinstehende fühlen sich vielleicht einsam, Paare oder Familien streiten sich möglicherweise öfter. Doch es gibt etwas, das wir tun können, um Abhilfe zu schaffen und uns gleichzeitig ganz auf die Entschleunigung einzulassen: in den Wald gehen.

Waldspaziergänge für Körper, Geist und Seele

Zugegeben, für uns Landbewohner, die von Grün umgeben sind, ist ein Waldspaziergang mit wenig Aufwand verbunden. Doch auch für Städter in Deutschland – einem Land, dessen Gesamtfläche zu über 32 Prozent aus Wald besteht – ist er kein Ding der Unmöglichkeit. Der nächste Wald ist auch dort meist nicht weit weg. Und der Weg in den Wald lohnt sich.

Waldbaden stärkt unser Immunsystem, vermutlich durch so genannte Terpene – Botenstoffe der Bäume.

Unterschiedlichste Studien belegen, dass ein Aufenthalt im Wald viele positive Effekte auf unsere Gesundheit haben kann:

Waldbaden: dichter Wald in der Mongolei

  • Unser Stressempfinden sinkt, da weniger Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol ausgeschüttet werden. Zudem nimmt die Aktivität des Sympatikus ab, die in Stresssituationen steigt.
  • Blutdruck und Puls sinken, sprich wir werden ruhiger und schonen unser Herz-Kreislauf-System.
  • Wir stärken unser Immunsystem, vermutlich durch so genannte Terpene – Botenstoffe der Bäume. Diese stimulieren die Killerzellen und erhöhen so die Schutzfunktion unserer Immunabwehr.

Waldbaden als Eintauchen in die Natur

Japanische Forscher empfehlen dabei nicht bloß einen schnöden Spaziergang durch den Wald, sondern das Waldbaden. Die Tradition des Waldbadens stammt aus dem Land der aufgehenden Sonne. Dort nennt sie sich Shinrin-yoku und meint das sich völlige Einlassen auf den Wald: Geräusche bewusst wahrnehmen, Gerüche einatmen, Untergründe befühlen, Pflanzen sacht berühren, tief einatmen und sich treiben lassen. Dabei können durchaus zwei, drei oder vier Stunden vergehen, ohne dass wir uns mit einem besonderen Ziel oder im Austausch mit anderen durch den Wald bewegen.

Ob wir es nun Waldbaden nennen oder einfach Waldspaziergang: Der Aufenthalt im Grünen tut uns gut und kann uns vermutlich helfen, besser mit der aktuellen, durchaus belastenden Situation, zurechtzukommen. Wir können die Entschleunigung zu unserer eigenen machen und die Enge des eigenen Zuhauses mit der Weite des Waldes tauschen. Klingt verlockend, oder?

Mehr zum Thema Waldbaden findest du in diesem Artikel aus der ZEIT , in diesem Beitrag vom NDR, beim rbb oder auch bei der Techniker Krankenkasse.

Beitragsbild: Jordan Sanchez via Unsplash; Bild im Text: Deglee Degi via Unsplash


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Sandra ist hauptberuflich Digital Marketing Managerin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den neuesten Trends im Internet. Seit 2016 arbeitet sie in der Baubranche. Ihr besonderes Interesse gilt dabei dem Thema nachhaltig Bauen und Leben. Weil sie so gerne spricht, ist sie unsere Hauptinterviewführerin.

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