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Holzwürmer können ein Möbelstück und Bauteile aus Holz wie Fensterrahmen und Dachstühle komplett zerfressen. Diese Tiere solltest du daher rechtzeitig bekämpfen. Welche Mittel wirklich helfen, erfährst du hier.


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Als Holzwürmer bezeichnet man die Larven des Gewöhnlichen oder Gemeinen Nagekäfers (Anobium punctatum). Dieser nur maximal fünf Millimeter lange Käfer legt seine Eier in kleine Risse und Spalten in verbautem Holz. Aus ihnen schlüpfen die Larven, die sich bis zu ihrer Verpuppung von Holz ernähren. Sie fressen sich mindestens ein Jahr durch das Holz und nagen zum Schluss ein bis zwei Millimeter große Ausflugslöcher in die Außenseiten. An diesen Löchern und an dem herausquellenden Holzmehl erkennst du, dass ein Möbelstück oder anderes Holz von Holzwürmern befallen ist. Das Holzmehl ist hell, denn Holzwürmern schmeckt nur das Splintholz, nicht jedoch das dunklere Kernholz. Wenn du unsicher bist, legst du daher am besten ein dunkles Papier oder ein schwarzes Tuch unter die Stellen, die befallen sein könnten.

Über den Gemeinen Nagekäfer solltest du außerdem wissen, dass er seine Eier am liebsten dort ablegt, wo er selbst als Larve gelebt hat. Es besteht daher wenig Hoffnung, dass sich das Problem nach der Verwandlung in einen Käfer und dem Ausflug aus dem Holz von allein löst.

Sieben Methoden, um Holzwürmer zu bekämpfen

Bei der Bekämpfung von Holzwürmern hast du viele Möglichkeiten. Die meisten kosten kaum oder sogar gar kein Geld. Wir empfehlen dir deshalb, nicht gleich eines der Mittel zu kaufen, die in vielen Fällen nicht nur die Holzwürmer töten, sondern auch deiner Gesundheit schaden. Probiere lieber zunächst alte Hausmittel aus und mache den Holzwürmern das Leben möglichst schwer.

1. Das Raumklima verändern

Holzwürmer fühlen sich vor allem an kühleren und feuchten Orten wie Kellern und ungenutzten Dachböden wohl. Möbelstücke in Räumen wie dem Wohnzimmer, die im Winter beheizt werden, befallen sie dagegen so gut wie nie.

Dies bedeutet, dass du schon allein durch eine Veränderung der klimatischen Bedingungen Holzwürmer bekämpfen kannst. Alternativ stellst du das befallene Möbelstück einfach in einen anderen Raum.

2. Die Holzfeuchte reduzieren

Holzwürmer benötigen außerdem eine Holzfeuchte von mindestens zehn Prozent. Indem du die Holzfeuchte reduzierst, sorgst du deshalb ebenfalls dafür, dass die Käfer sich eine andere Stelle für die Eiablage suchen. Alles über diesen Wert, wie du ihn misst und veränderst, kannst du in unserem Ratgeber „Die Holzfeuchte bestimmen und optimieren – so geht’s“ nachlesen.

3. Holzwürmer durch Hitze töten

Auch mit Hitze lassen sich Holzwürmer bekämpfen. Sie sterben bei einer Temperatur von etwa 55 °C. Bei kleineren Möbelstücken hast du daher die Möglichkeit, sie für eine Weile in den Backofen oder in eine Sauna zu stellen. Größere stellst du an einem schönen Sommertag für einige Stunden in die Sonne. Sie heizen sich noch schneller auf, wenn du sie mit einer schwarzen Folie abdeckst. Überprüfe jedoch hin und wieder die Temperatur, damit es unter der Folie nicht zu heiß wird. Eine Temperatur von 55 °C schadet dem Holz, dem Lack und anderen Mitteln, mit dem seine Oberfläche behandelt wurde, in der Regel nicht. Lass das Holz jedoch langsam wieder abkühlen, denn durch hohe Temperaturunterschiede können leicht Risse entstehen.

4. Mit Kälte Holzwürmer bekämpfen

Extreme Kälte ist für Holzwürmer ebenfalls tödlich. Sie überleben einige Stunden in der Tiefkühltruhe nicht. Im Freien ist diese Art Schädlingsbekämpfung allerdings nur bei Temperaturen von -10 °C oder noch weniger möglich.

5. Essigessenz, Spiritus, Petroleum und Salmiakgeist

Ein altes Hausmittel zur Holzwurmbekämpfung ist die Verwendung von Essigessenz. Diese gibst du am besten mit einer kleinen Spritze in sämtliche Löcher. Essigessenz tötet die Holzwürmer. Die gleiche Wirkung haben Spiritus, Petroleum und Salmiakgeist. Sie verströmen allerdings über einen langen Zeitraum einen unangenehmen Geruch, deshalb verwendest du diese Mittel besser nur dort, wo dich der Geruch nicht stört.

6. Mit Eicheln die Würmer aus Holzgegenständen locken

Ein weiterer Trick ist das Auslegen von Eicheln. Sie sollten möglichst nah an den Löchern liegen, damit die Schädlinge sie gut riechen können. Holzwürmer lieben Eicheln und ziehen deshalb gern um, wenn sie die Gelegenheit haben. Möchtest du diese Methode anwenden, solltest du dir die ausgelegten Eicheln regelmäßig anschauen. Haben sie Löcher, ist der Umzug vollzogen, sodass du die Eicheln entsorgen und wieder neue auslegen kannst. Diesen Vorgang wiederholst du so lange, bis sich an den Eicheln keine Löcher mehr zeigen.

7. Mit Sprays und anderen Mitteln aus dem Handel Holzwürmer bekämpfen

Ob Holzwurmspray oder ein anderes Holzwurmpräparat – bei lackiertem oder auf andere Weise behandeltem Holz solltest du außerdem vorsichtig sein, denn die Mittel können die Oberfläche angreifen. Kläre diesen Punkt deshalb vorab oder teste das Mittel zunächst an einer nicht sichtbaren Stelle.

Bei fest verbautem Holz wie zum Beispiel Fensterrahmen kannst du möglicherweise keine der genannten Methoden anwenden. Für diese Bauteile findest du im Handel jedoch Produkte zur Holzwurmbekämpfung. Einige Hersteller bieten Sprays und andere Substanzen an, die du mit einem Pinsel aufträgst. Sie dringen allerdings nicht sehr tief in das Holz ein, deshalb eignen sich diese Mittel vor allem für Holz, das maximal drei Zentimeter dick ist.

Mit vorbeugenden Maßnahmen das Risiko eines Schädlingsbefalls minimieren

Eine Holzwurmbekämpfung ist oft eine langwierige Angelegenheit. Sorge beim Bauen von Möbeln, Gartenhäusern, Zäunen und Ähnlichem deshalb besser gleich für einen guten Schutz des Holzes.

Holzschutzmittel verhindern, dass Feuchtigkeit in das Holz eindringt und die Holzfeuchte erhöht. Solch eine Vorsorge ist vor allem im Außenbereich wichtig. Wie du dort das Holz optimal schützt, erfährst du in unserem Ratgeber „Holzschutz im Außenbereich – Holz haltbar machen und gleichzeitig verschönern“.

Einen großen Einfluss auf die Holzfeuchte hat außerdem die Art, wie du dein Holz lagerst. Liegt es draußen auf dem Boden oder in einem feuchten Raum, wird es natürlich immer nasser. Sorge deshalb für eine optimale Lagerung. Auch zu diesem Punkt findest du in unserem Ratgeber „Die Holzfeuchte bestimmen und optimieren – so geht’s“ viele Informationen.

Verwende bei der Reinigung von Holz wie zum Beispiel eines Dielenbodens außerdem möglichst wenig Wasser. Benötigst du ein paar Tipps, wie du einen Holzfußboden am besten reinigst und pflegst, kannst du dir unsere Artikel „Holzfußböden in Wohnräumen und im Außenbereich richtig pflegen“ und „Einen Dielenboden gründlich reinigen – mit einem Intensivreiniger hartnäckigen Schmutz entfernen“ anschauen.

Bei wichtigen Bauteilen die Hilfe von Profis in Anspruch nehmen

Eine Holzwurmbekämpfung kannst du bei Möbeln und Holz vornehmen, die selbst bei einem starken Befall deine Sicherheit nicht beeinträchtigen. Handelt es sich dagegen um Bauteile wie den Dachstuhl, solltest du dir auf jeden Fall einen Profi zu Hilfe holen. Holzwürmer können im schlimmsten Fall einen kompletten Dachstuhl zerfressen und das Dach zum Einsturz bringen. Die Gefahr, die von diesen winzig kleinen Tieren ausgeht, ist daher nicht zu unterschätzen.


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