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Ein Holzfußboden ist von Natur aus sehr langlebig. Wenn er nach jahrelangem Gebrauch noch schön aussehen soll, ist es jedoch wichtig, dass du dich in regelmäßigen Abständen um ihn kümmerst. Hier erfährst du, wie du ihn am besten pflegst.


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Holzböden sind sowohl in Wohnräumen als auch im Außenbereich wie zum Beispiel auf der Terrasse beliebt. Im Garten sind sie durch Regen, Hagel, Schnee, Sonneneinstrahlung und andere Witterungseinflüsse jedoch sehr viel höheren Beanspruchungen ausgesetzt. Die Pflege von Holzfußböden unterscheidet sich deshalb im Innen- und Außenbereich. Aus diesem Grund geben wir dir zunächst ein paar Tipps für die Pflege von Parkett und Dielen in Wohnräumen, bevor wir uns den Holzböden auf der Terrasse widmen.

Fußböden aus Parkett oder Dielen pflegen und beschädigte Stellen reparieren

Ein Parkett oder einen mit Dielen ausgelegten Fußboden in deiner Wohnung beziehungsweise deinem Haus kannst du ganz einfach mithilfe eines Besens mit weichen Borsten oder mit einem Staubsauger von Krümeln, Staub und anderem Schmutz befreien. Der Staubsauger sollte allerdings einen Bürstenaufsatz besitzen, denn sonst entstehen leicht Kratzer. Im Anschluss wischt du den Boden nebelfeucht mit einem feuchten Wischmopp. Er sollte auf keinen Fall aus Microfaser bestehen, denn diese Tücher hinterlassen auf empfindlichen Oberflächen Kratzer. Für die Reinigung eines Parkettfußbodens reicht in der Regel klares Wasser, ab und zu solltest du – wie in unserem Artikel „Holzpflegemittel – mit Wachsen, Polituren & Co. für eine schöne Oberfläche sorgen“ beschrieben – jedoch ein Pflegemittel für Parkett in das Wischwasser geben.

Die vorherige Entfernung von Schmutz mit einem Besen oder einem Staubsauger ist wichtig, denn würdest du direkt wischen, könnten durch harte Partikel wie kleine Steinchen oder Sand, die leicht mit den Schuhen ins Haus getragen werden, Kratzer auf der Oberfläche entstehen. Möchtest du diese Kratzer wieder beseitigen, findest du im Handel Reparatur-Kits speziell für die Parkettpflege. Sie enthalten Schleifpapiere sowie Wachse und Farbstifte, mit denen sich kleine Löcher und andere Beschädigungen im Fußboden kaschieren lassen. Die farbigen Wachse kannst du in erwärmtem Zustand leicht mischen, um sie genau an die Farbe deines Parkettbodens anzupassen.

Parkettpolituren – für eine schöne Optik und eine leichtere Reinigung

Die weitere Pflege eines Fußbodens, der mit Parkett oder Dielen ausgelegt ist, hängt davon ab, wie die Holzoberflächen von den jeweiligen Herstellern behandelt wurden. Manche sind versiegelt und dadurch sehr gut vor dem Eindringen von Schmutz geschützt. Andere sind nur gewachst oder geölt, damit die natürliche Optik des Holzes bestmöglich bewahrt bleibt. Diese Varianten benötigen etwas mehr Pflege, doch auch versiegelte Dielen und Parkette solltest du hin und wieder mit einer Politur behandeln. Diese Pflegemittel lassen das Holz nicht nur schöner aussehen, sondern erleichtern dir die regelmäßige Reinigung, denn sie sorgen dafür, dass Staub und Schmutz nicht an den Oberflächen haften bleibt. Wenn du solch eine Politur verwenden möchtest, solltest du vor dem Kauf unbedingt klären, ob dein Holzboden versiegelt, gewachst oder geölt ist.

Lackierte Holzböden mit Bohnerwachs wieder zum Strahlen bringen

Eine weitere Möglichkeit, einen Holzfußboden wieder gepflegt aussehen zu lassen, ist das Bohnern. Diese altbewährte Methode kommt vor allem bei recht alten Böden zum Einsatz und eignet sich ausschließlich für Holzböden mit lackierten Oberflächen. Wenn du deinen Fußboden bohnern möchtest, musst du – sofern vorhanden – die alte Bohnerwachsschicht zunächst abschleifen und die Oberflächen im Anschluss mit frischem Bohnerwachs neu versiegeln. Für diese Arbeiten leihst du dir am besten eine Schleifmaschine und eine Bohnermaschine in einem Baumarkt aus. Mit ihnen stellst du selbst größere Flächen recht zügig fertig.

Terrassenfußböden aus Holz mit einem Öl schützen und pflegen

Auch einen Holzfußboden auf der Terrasse reinigst du am besten mit einem Besen oder wenn du möchtest mit dem Staubsauger. Hat er Flecken, die sich nicht mit einem feuchten Tuch oder etwas Essig entfernen lassen, schleifst du die Stellen einfach mit einem Schleifschwamm oder feinem Schleifpapier. Danach solltest du auf den gesamten Fußboden ein gutes Holzöl für den Außenbereich auftragen. Es schützt das Holz vor sämtlichen Witterungseinflüssen, hält es geschmeidig und verhindert dadurch die Entstehung von Rissen, die vor allem beim Barfußgehen unangenehm sind.

Ein Holzöl kannst du nach Belieben mit einem Tuch, einem Pinsel oder einer Rolle auf die Holzoberfläche aufbringen. Wichtig ist es allerdings, dass du überschüssiges Pflegeöl, das nach der Trockenzeit noch auf der Oberfläche liegt, wieder entfernst. Dies gelingt dir am leichtesten mit einem alten Tuch, das du auf die betroffenen Stellen legst, damit es das Öl aufsaugt. Die Behandlung mit einem Holzöl kannst du beliebig oft wiederholen. Im Allgemeinen reicht es jedoch aus, einen Terrassenfußboden einmal jährlich zu ölen. Ein guter Zeitpunkt ist das Frühjahr, denn so ist dein Fußboden den ganzen Sommer über schön.

Mit einem Entgrauer einen Terrassenfußboden wieder wie neu aussehen lassen

Ein Holzöl für Terrassenböden hält nicht nur das Holz geschmeidig, sondern verhindert auch, dass sich eine Patina bildet, die meist eine graue bis silbergraue Farbe hat. Ist solch eine Patina bereits entstanden, kannst du sie mit einem Entgrauer aus dem Baumarkt wieder entfernen. Entgrauer unterscheiden sich in ihrer Anwendung ein wenig von Hersteller zu Hersteller, in den meisten Fällen werden sie jedoch mit einer Bürste oder einem Pinsel auf das zuvor angefeuchtete Holz aufgetragen. Sie benötigen eine gewisse Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten, und werden danach mit viel Wasser wieder abgespült. Nach der Behandlung mit einem Entgrauer ist der Fußboden daher recht nass. Er braucht je nach Wetterlage einen oder mehrere Tage, um wieder vollständig zu trocknen. Erst dann solltest du das Holzöl auftragen, denn nur so kann es in die Holzporen und damit in die tieferen Schichten des Fußbodens eindringen. Entgrauer kannst du übrigens auch mehrmals auf einem Terrassenfußboden verwenden, falls dich das Ergebnis nach der ersten Behandlung noch nicht zufriedenstellt.

Fazit: Holzbodenpflege

Ein gepflegter Holzboden wird dir lange Zeit Freude bereiten. Nimm dir deshalb für die Pflege des Holzes ein wenig Zeit und nutze eines der vielen Pflegemittel, die du mittlerweile für wenig Geld in jedem Baumarkt bekommst. Mit ihnen erstrahlt selbst ein Fußboden, der schon in die Jahre gekommen ist, wieder in neuem Glanz. Erkundige dich außerdem, ob für deine geplanten Arbeiten Maschinen verfügbar sind, denn große Flächen von Hand zu bearbeiten, kann sehr langwierig und mühsam sein.


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